Willkommen auf Terra – Teil 7

Atlantis

Nihil wusste wie der Seelenfluss für seine Zwecke kontrollierbar war, also war es meine Aufgabe den Fluss außerhalb seiner Reichweite zu bringen und ihn durch meine Liebe zu reinigen.
Ich stieg erneut auf Terra hinab, das erste Mal in meinem Leben spürte ich so etwas wie Hass gegen meinen Bruder, der unsere gemeinsame Schöpfung so sehr quälte.
Ich riss den Meeresboden auf und formte eine gewaltige Insel die ich mithilfe der Macht meines Vaters über dem Ozean verankerte.
Gemeinsam mit den letzten Drachen errichtete ich eine gewaltige Stadt in deren Zentrum das Sanktum stehen sollte.
Ich nannte diese Insel in der Sprache meines Vaters „Atlantis“ … Seelenhain.
Ich leitete den Seelenfluss um, ließ jede Seele diesen Ort passieren und im Zentrum des Sanktums kettete ich mich selbst an.
Jede noch im Fluss zirkulierende Seele erhielt so einen Teil von mir und, so glaubte ich, sollte es einem Nekromanten oder verdorbenen Magier die meinem Bruder dienten unmöglich sein die Magie für seine Zwecke zu missbrauchen.
Wie sehr ich mich wieder irren sollte.
Mein Bruder und ich waren im inneren gleich. Wir beide waren Bruder und Schwester, die Kinder unseres Vaters. So sehr ich es mir auch wünschte, meine immerwährende Liebe für ihn verhinderte, dass ich ihm schaden konnte.
Und so kam es das ich die Nihilisten stärkte, die Magie für sie nur noch attraktiver machte und ich wusste das die letzten Überreste jener die für mich stritten nicht den Hauch einer Chance hatten.
Verzweifelt befreite ich mich aus dem Sanktum und schloss meine Augen um das Ende der Schöpfung nicht mitansehen zu müssen.

Das Opfer der Drachen: Die Öffnung der Traverse

Erschüttert von meinem gebrochenen Anblick taten sich die alten Drachen zusammen und ersannen einen Plan die Nihilisten aufzuhalten und ihr geliebtes Terra, das sie seit Jahrtausenden beschützten zu retten.
Alle Strategien die sie ersannen, jegliches Mittel über das sie sprachen ließ sie nur eines realisieren, sie konnten meinen Bruder nicht im Kampf besiegen.
Sie waren jedoch nach seiner Vorstellung geschaffen, er war es der sie ersonnen hatte und so waren sie eine Ausnahme in seiner Domäne, ein weißer Fleck auf seiner schwarzen Seele.
Die alten Drachen waren mächtig, noch nie in der Geschichte Terras wurde einer von Ihnen getötet.
So konnte ich nur selbst erahnen zu was sie in der Lage waren.
Sie boten mir an sich selbst zu opfern, selbst ein Teil des Seelenflusses zu werden und alle diejenigen die meiner Ordnung frevelten mit sich zu nehmen, sie für immer gefangen zu nehmen.
Drachen waren störrisch, so lernte ich an diesem Tag, jedes meiner Worte verhallte und sie waren überzeugt das nur Ihr Tod der richtige Weg sei um Terra vor dem Untergang zu bewahren.
Es vergingen drei Tage der Vorbereitung, Atlantis sollte als zentraler Fokus dienen und ich sollte Ihre Opferung überwachen.
Die vier alten Drachen ersannen das Ritual das nötig war, sie synchronisierten sich mit dem Seelenfluss und wurden eins mit Ihm. Ich war es die ihnen das Leben entriss das ich ihnen gegeben hatte, einer nach dem anderen fiel und um uns herum öffnete sich der Seelenfluss, bildete eine Traverse, um meinen Bruder und seine Anhänger für immer zu verschlucken.
So sollte es sein es das die Welt Terra aufhören sollte zu existieren.

Die Falle der Nihilisten

Ich liebe meinen Bruder für seine Weitsicht. Manchmal frage ich was geschehen wäre, hätten wir das erste Volk gemeinsam auf Terra geschaffen.
Nihil hatte den ersten, den obersten der alten Drachen für sich gewinnen können. Zwar sah der Plan der anderen vor die Traverse als Gefängnis zu nutzen, aber der alte goldene Drache war der mächtigste von Ihnen und übertönte im Ritual den Willen der anderen.
Nihils Ziel war es mich und die anderen Drachen einzusperren, damit er selbst Terra vernichten konnte. Doch im Moment des Todes des goldenen Drachen erkannte ich dessen Plan, meine Wut, meine eigene Wut wurde grenzenlos und ich zerfetzte seine Seele mit meinen bloßen Händen. Ich selbst griff nach den Nihilisten, riss sie nacheinander in die Traverse und wollte sie dort ewigen Qualen unterwerfen.
Aber wiederum hatte ich ihn unterschätzt.
Die Nekromanten waren auf mein Eingreifen vorbereitet, sie begannen mich in der Traverse anzuketten und griffen nach den anderen Völkern um sie anstatt ihrer dort einzusperren.
Als die Menschen Terras vor mir erschienen und auch Nihil in der Traverse erschien um mich zu verspotten tat ich das erste Mal in meinem langen Leben das richtige.

Ich zerriss die Schöpfung.