Willkommen auf Terra – Teil 2

– Fortsetzung –

Das erste Volk, von Tod und Leben

Meine Scham ließ mich meinen Blick abwenden und ich suchte Trost im unendlichen Blick meines Vaters.
Die Jahrtausende vergingen und als ich zurücksah traute ich meinen Augen nicht.
Die Wesen die ich geschaffen hatte, waren zu einer Zivilisation herangewachsen, die sich friedlich über ganz Terra erstreckte.
Sie waren fröhlich, lebten in Frieden, verrichteten ihr Tagwerk und standen in Einklang mit sich und den Drachen die ihrem Auftrag folgten und über sie wachten.
Sie gaben mir einen Namen, Gaya, was „Leben“ hieß.
Mein Bruder erwachte und sah hinab auf die Welt. Als er das Volk erblickte und erkannte was ich während seines Schlafes getan hatte wurde er wütend.
Er betrachtete meine Schöpfung, die Kunst, die Freude und das sie mich als Ihre Schöpferin liebten und verehrten.
Er schrie mich an, seine Wut brachte die Welt zum Erzittern, der einzige Kontinent zerbrach in sechs Teile, einige näher beieinander, andere fast unerreichbar für die wenigen Überlebenden.
In seiner grenzenlosen Wut stieg Nihil hinab und zerriss Ihre Körper, setzte die Energie frei die sie von unserem Vater geerbt hatten und schuf etwas in denen die er nicht fand oder erreichte.
Den Tod.
Er wollte ihre Existenz beenden und mein egoistisches Werk vernichten.
Sie sollten nicht wegen mir leiden.
Ich fing die Energie auf die Ihre Körper verließ, verwob sie mit dem Land, der Luft und dem Wasser, ließ sie durch alle Sphären zirkulieren. Jeder einzelner der unter meines Bruders Wut starb wurde Teil dieses Flusses, die einzelne Essenz wurde zu dessen Seele.
Der Seelenfluss, so wurde er später genannt, beherbergte jene die gestorben waren in friedlichem Beisammensein und ihre gemeinsame Kraft und Wut auf meinen Bruder ließ etwas Neues entstehen.
Die Geburtsstunde der Magie.
Die Drachen spürten diese neue Macht als erste. Die neue Kraft die sich auf Terra formte war stark genug um selbst meinem Bruder gefährlich zu werden, sie stießen auf ihn herab, spien Feuer, Eis und Wind, das selbst ihn, einen Sohn des einen Verletzte.
Geschlagen und gebrochen zog er sich zurück, versteckte sich in den Untiefen der Welt und schwor mir dass er diese Welt eines Tages in den Untergang stürzen würde, so wie ich es mit ihm getan hatte.
Ich wandelte über die Trümmer der Welt, die wenigen Überlebenden meiner Schöpfung waren auf ganz Terra versprengt, sie versteckten sich voller Angst und hatten in Bruder das Sinnbild in etwas das sie vorher nicht kannten.
Das Böse, oder in den Worten der göttlichen Sprache: „Nihil“
Wieder wandte ich meinen Blick von Terra ab, schämte mich und suchte im Blick meines Vaters Erlösung und träumte von der Vergebung meines Bruders.

– to be continued –