Viva Colonia

Es ist Karneval. *tröööt* Ich kann bloggen. Kurze Erklärung:

Mailingliste:

Ort bei den Piraten wo Leute ungestraft Scheiße schreiben können, die
a) sonst nix tun
b) erhöhten Geltungsbedarf haben
c) gerne Unsinn labern, aber in jeder Gaststätte Hausverbot haben weil sie nüchtern schon nicht zu ertragen sind
d) Antisemitischen Kackscheiß fabrizieren, ohne das Ihnen jemand Ihr Bier ins Gesicht kippt
e) informieren und diskutieren wollen

Der Trugschluss besteht darin, dass man hofft Kategorie e sei am häufigsten vertreten. Falsch. Allerdings ist es viel erträglicher wenn man nur liest und einfach arbeitet, statt zu schreiben. Schreiben auf Mailinglisten ist bei den Piraten zu 90% komplett sinnlos. Demokratie ist eben wenn jeder Idiot seine Meinung sagen darf. Nur darf man sie nicht Idioten nennen, dann kommt entweder ein Offliner und faselt von Benehmen, oder eine Otla und faselt vom Staatsanwalt. Macht jetzt nicht unbedingt Spaß. Und genau eine Kategorie der Mail „was willst du eigentlich in meinem Internet?“ kam heute Morgen über die NRW-Aktive. Ich kommentiere.

Zunächst der ganze Text:

Ich kam als Netzbewohner zu den Piraten, und wie die meisten unserer Wähler verbringe ich mehrere Stunden täglich im Web.

Es ist mein Lebensraum, außerhalb Beruf, family + friends. Ich komme klar mit meinem Leben.
Ich persönlich brauche vom Staat vor allem Bildung, für mich und meine Mitmenschen. Denn Bildung ist der Schlüssel zu Leistung, und die ist der Schlüssel zu gesellschaftlichem Engagement. Das Netz fördert Bildung, Leistung und Engagement. Dadurch wird der Staat wesentlich entlastet und kann seine Kernkompetenzen wieder besser ausführen. Das Netz kann dadurch einen wesentlichen Unterschied machen.

Ich wähle darum nur nach Netzkompetenz.

Das Netz ist ein Tool, es ist so gut oder so schlecht, wie es benutzt wird. Im Netz kann jeder jede Person sein. Darum ist die Diskussion über Ismen imho überholt, wenn nicht sogar eine Verirrung innerhalb unserer Partei. Vielleicht können wir irgendwann darauf klarkommen.

Ich hoffe jedenfalls, dass es Flyer und Plakate geben wird, in denen sich die Netzbewohner wiederfinden können.

Und nun in Stückchen.

Ich kam als Netzbewohner zu den Piraten, und wie die meisten unserer Wähler verbringe ich mehrere Stunden täglich im Web.

Jahaa, ich auch. 24 Stunden. Ich bin sogar online wenn ich schlafe. Der Wahnsinn, oder? Ich würde das jetzt nicht „Zeit im Web verbringen“ nennen, aber das ist wohl Kern des Problems.

Es ist mein Lebensraum, außerhalb Beruf, family + friends. Ich komme klar mit meinem Leben.

Ach so. Du lebst da, außer wenn du arbeitest, wenn du mit deiner Familie unterwegs bist, oder mit deinen Freunden. Ich verstehe, aber es ist dein Lebensraum. Der Satz ist ungefähr so sinnvoll wie „Meine Wohnung ist mein Lebensraum, außer wenn ich spazieren oder einkaufen bin“. Den zweiten Satz nehme ich dir ab.

Ich persönlich brauche vom Staat vor allem Bildung, für mich und meine Mitmenschen. Denn Bildung ist der Schlüssel zu Leistung, und die ist der Schlüssel zu gesellschaftlichem Engagement. Das Netz fördert Bildung, Leistung und Engagement. Dadurch wird der Staat wesentlich entlastet und kann seine Kernkompetenzen wieder besser ausführen. Das Netz kann dadurch einen wesentlichen Unterschied machen.

Ach so, Bildung vom Staat. Ja, da: http:www.bpb.de
Bildung ist der Schlüssel ist zu Leistung. Jau. Und Arbeit muss sich wieder lohnen. Das Netz fördert vor allem Bildung wenn man das selbständig und ohne Staat macht. Und dann frage ich mich doch, was sind denn die Kernkompetenzen des Staates? (Das ist eine rhetorische Frage. NICHT antworten!)

Ich wähle darum nur nach Netzkompetenz.

Und das in einer TOFU-Mail. Realsatire. Ohne Wenn und Aber. Die gute alte Sitte aus Köln sich selber zu wählen kommt scheinbar aus der Mode.

Das Netz ist ein Tool, es ist so gut oder so schlecht, wie es benutzt wird.

Erst Netzbewohner und dann war’s nur noch ein Tool. Is‘ klar. Man, muss das Leben als Anon-Fangirly schön sein. Ich mag Anonymous, aber so langsam frage ich mich wann die ’ne Distanzierung schreiben von Leuten die „Netz nutzen“ und „Netz bewohnen“ nicht unterscheiden können oder wollen.

Im Netz kann jeder jede Person sein. Darum ist die Diskussion über Ismen imho überholt, wenn nicht sogar eine Verirrung innerhalb unserer Partei. Vielleicht können wir irgendwann darauf klarkommen.

Ich bin im Netz derselbe Mensch wie ohne Netz. Und die Diskussion über diverse „-ismen“, ist weder überholt noch eine Verirrung innerhalb der Partei. Solange Leute ihren Dreck über Listen kippen die antisemitisch, sexistisch oder rassistisch sind reden wir weiter. Ob dir das passt oder nicht interessiert vor allem das Netz nicht. Wir machen nämlich was wir wollen. Und nur weil einige Verstrahlte im KV Köln nicht den Arsch in der Hose haben Leute vor die Tür zu setzen, ist das Problem nicht überholt. So einfach geht das nicht. Hat aber immerhin in Deutschland Tradition mit dem Weggucken. (almost Gowdwin \o/) Und nein, ich komme nicht darauf klar. Ich halte nicht den Mund. Und warum:

Ich hoffe jedenfalls, dass es Flyer und Plakate geben wird, in denen sich die Netzbewohner wiederfinden können.

Warum? Weil ich mir von Leuten die das Internet für Netzbewohner ausdrucken wollen nix sagen lasse. Und weil ich Leute nicht toleriere die menschenverachtenden Mist reden. Kein Fußbreit gilt auch im Netz.