Sie sind wieder da

Nach den Ereignissen in Nizza sehe ich sie. Die, die ich den letzten Wochen auf Twitter geblockt habe. Weil ich ihr Geplärre nach Deutsch sein, nach einem christlichen und reinrassigen Vaterland und ihre Vorstellungen einer guten, alten Zeit einfach nicht mehr ertragen habe. Aber vielleicht hatten sie ja Recht. Vielleicht muss in diesem Land mal wieder einer so richtig aufräumen und den Leuten zeigen wo es langgeht. Mit eiserner Hand durchgreifen.

Mit den Moscheen fangen wir an. Denn Gotteshäuser anderer Religionen verbrennen, das können wir. Nachweislich. Und dann schauen wir wer hier alles Deutsch ist. Und zwar richtig Deutsch. Und der Rest, der muss raus.

Als erstes fangen wir mal bei den Türken an. Gastarbeiter haben sie gesagt, GASTarbeiter. Gäste gehen auch mal wieder. Es hatte niemand was gesagt von 60 Jahre bleiben. Die sind inzwischen so alt, die haben uns früher die Arbeitsplätze weggenommen, jetzt nehmen die uns die Heimplätze weg. Wir verlieren damit auch Kool Savas, Nazan Eckes, Fahri Yardim, Serdar Somuncu, Cem Özdemir, Kaya Yanar, Django Asyl und gefühlt 2500 Dönerläden im Ruhrgebiet und in Berlin. Aber macht nichts, packen wir halt Sauerkraut und Eisbein in Schwarzbrottaschen.

Weiter geht’s mit den Polen. Alles raus, dessen Name auf –ki oder –ski endet. Ein Glück, dass Schimanski schon tot ist. Endlich klaut keiner mehr unsere Fahrräder und schmuggelt illegale Spargelstecher über die Grenze. Außerdem müssen wir uns nicht dauernd von Ausländern wie Ranicki, Grass und Siegfried Lenz sagen lassen wie Deutsche Literatur auszusehen hat. Wir verlieren Hanna Schygulla, Thomas Gottschalk (Blond, aber nicht Deutsch!), Angelique Kerber und Robert Lewandowski.

Braucht jemand Pizza? Nun, dann nennen wir es doch einfach „Überbackener Hefeteigkreis“ und schmeißen die ganzen Spaghettifresser wieder raus. Wir brauchen die ohnehin nur zum Essen gehen und um Ihnen bei großen Fußballturnieren „Scheiß Italiener“ entgegen zu brüllen. Aber dieses Jahr, dieses Jahr haben wir sie besiegt! Wenn wir die alle rauswerfen, das macht in Deutschland Platz. Stuttgart, Köln und Frankfurt sind zusammen ca. 400.000 von denen. Ihr wollt gar nicht wissen, wie es im Süden aussieht. Da sind die ja näher an der Grenze und weil die –Scheiße noch eins – immer noch offen ist, bringen die da natürlich die geklauten Autos in Sicherheit. Wenn die Polen nicht schneller waren.

Mit diesem Reinigungsprozess machen wir weiter. Deutschland muss Deutsch bleiben. In den Grenzen von 1942. Nach ordentlichen Abstammungsregeln. Jeder Migrant, oder Migrantensohn, oder Migrantenenkeltochter. Alle. Alle raus. WIR WOLLEN DEUTSCH SEIN! Und Moslems schon gar nicht. Deutsch und Moslem geht sowieso nicht. Man ist hier christlich. Über das mit der Nächstenliebe reden wir ein anderes Mal.

Und dann ist es geschafft. Germania. Nur noch Deutsche.

Alle beide.

Hubert Müller aus Stade bei Hannover und der deutsche Schäferhund eines AFD-Mitglieds mit polnischen Wurzeln aus Castrop-Rauxel.

Und dann ist fast alles so wie damals.

Damals.

1945.