Religionsfanatiker unterwegs?

„Islamisten feiern klaren Wahlsieg in Tunesien
so und nicht anders schreibt es die Tagesschau-Seite. Kurz zur Erinnerung, in diesem Land herrschte vor kurzem noch eine Diktatur und nun waren zum ersten Mal freie Wahlen mit einer Wahlbeteiligung von über 90%.

Doch der Reihenfolge nach. Was sind Islamisten? Ich bemühe mal kurz die Wikipedia. Folgendes ist dort zu finden:

  • “ Zentrale Themen islamistischer Bewegungen sind die heiligen Texte des Islam als Richtschnur für alle Fragen des öffentlichen und privaten Lebens, der Ruf nach Authentizität in der Religion, die Frage der an den Vorstellungen der „ehrwürdigen Altvorderen/Vor-Väter“ (…) ausgerichteten Staatsform und die Legislation islamischer Staaten, Solidarität unter allen Muslimen sowie Widerstand gegenüber jeder nicht-muslimischen Beeinflussung dieser Fragen und gegenüber (kultureller) Hegemonie“
  • „Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Islamismus“ und „Islamischer Fundamentalismus“ oftmals gleichgesetzt; die Begriffe sind jedoch nicht synonym anzusehen.“

 

Ich hoffe das hat nun jeder gelesen und verstanden. Jetzt kommt eine kleine Zitatorgie.

20.10.2010, tagesschau.de

  • „Wahrscheinlich aber schaffen diese Wahlen neue Fakten und entfachen neuen Streit um Tunesiens politisch-religiöse Zukunft. „
  • „Für den Fall, dass Ennahda tatsächlich gewinnen sollte, haben liberale Parteien über Facebook schon zu Protest-Partys aufgerufen: Ennahda-Kritiker wollen sich auf der Avenue Bourguiba in Tunis versammeln und sich in aller Öffentlichkeit hemmungslos betrinken.“
  • “ Wir sind eine zivile, politische Partei, keine islamistische Sekte. Wir zwingen niemand zu beten, wir achten die persönlichen Freiheiten, jede Frau soll selbst entscheiden, ob sie Kopftuch trägt oder sich im Bikini an den Strand legt.“

28.10.2010, tagesschau.de

  • „Unter dem im Januar gestürzten Präsidenten Zine al Abidine Ben Ali galt die Ennahda noch als extremistisch und war verboten.“
  • „Liberale Tunesier fürchten im Falle einer islamistischen Regierung einen für sie dramatischen Wandel des Landes – bis hin zu Kopftuchzwang und Alkoholverbot. Konkrete Hinweise auf drohende Einschnitte der Bürger- und Freiheitsrechte gibt es bislang allerdings nicht.“

Die partiell saudummen Kommentare einiger Leser auf tagesschau.de erspare ich euch, auch die vom Onlineportal der Zeit. Leute die mehr „Info’s“ fordern sind mir einfach zu doof und sollten noch mal nachdenken. Aber nun schauen wir uns das Debakel mal an. Da haben sie Wahlen und wen wählen sie? Die Islamisten.

NEIN!!!!!! ATTENTÄTER!!!!! Potentielle Mörder!! Fanatiker!! Weihnachten bleibt kein Feiertag und wir kriegen eine afrikaweite Dönerkrise. Verdammt. Doch ist es wirklich so schlimm, wenn eine Mehrheit in einem Land eine Partei wählt, die der ach-so-liberale Westen nicht versteht oder verstehen will? Und genau um das zu untersuchen, befasse ich mich nun mit einem Wahlprogramm und deren religiös-fundamentalistischen Inhalten.

  • „Wir wollen unsere muslimischen Werte und unsere Kultur pflegen und die Integration unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund verstärkt fördern, aber auch konsequent einfordern.“
  • „Die Schule soll nicht nur Wissen und Können, sondern auch Herz und Charakter bilden. Wir wollen unseren Kindern eine kulturelle Heimat und klare ethische Maßstäbe fürs Leben mitgeben. Deshalb stehen wir zum Islamunterricht als Pflichtfach und zum Halbmond in den Klassenzimmern. Wir wollen ein Bündnis für Werte zwischen Erziehern, Lehrern und Partnern aus den Moscheen und der Wirtschaft bis hin zu Sport und Kultur begründen. Werte machen stark für ein gelungenes Leben. „
  • „Der Staat darf bei der Bekämpfung von technisch hochmodern ausgerüstetem und international vernetztem Terrorismus und organisierter Kriminalität nicht hinterher hinken. Deshalb haben wir die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit unsere Sicherheits- und Strafvollzugsbehörden auch künftig effektiv Kriminalität und Gewalt bekämpfen können, zum Beispiel mit Regelungen zur Online-Durchsuchung oder der Videoüberwachung von Kriminalitätsschwerpunkten.“
  • „Mit einer besseren Vernetzung von Polizei, Justiz, Schulen, Eltern und Jugendämtern setzen wir deutliche Signale gegen Jugendgewalt. Spezialisierte Staatsanwälte für jugendliche Intensivtäter tragen dazu bei, dass die Strafe der Tat auf dem Fuße folgt. Mit Warnschussarrest und Fahrverbot wollen wir neue wirksame und spürbare Sanktionen in das Jugendstrafrecht einführen. Gewaltverherrlichende Killerspiele wollen wir verbieten. „
  • „Wir wollen erreichen, dass ausländische Straftäter leichter ausgewiesen werden können.“
  • „Die Staatsregierung begrüßt, wenn sich Ausländer als Abschluss ihrer erfolgreichen Integration um den Erwerb der tunesischen Staatsangehörigkeit bemühen, weil dadurch ihre Hinwendung zu Tunesien und die Identifikation mit der neuen Heimat zum Ausdruck kommen. Bei der Verleihung der tunesischen Staatsangehörigkeit soll auch weiterhin Mehrstaatigkeit vermieden werden, um die nationale Identität Tunesiens zu bewahren. „
  • „Selbstbewusstsein, Identifikation mit der Heimat, Zusammengehörigkeit, Tradition, Unverwechselbarkeit von Land und Leuten. Wir wollen dem Druck der Globalisierung standhalten und den Zusammenhalt nach innen und die Unverwechselbarkeit nach außen bewahren.“
  • „Tunesiens Entwicklung ist mit seinen muslimischen Wurzeln, die mit Humanismus und Aufklärung die Grundlagen für unser Werteverständnis sind, untrennbar verbunden. Eine Gemeinschaft muss ihre Geschichte und Werte kennen, um im Wandel stabil zu bleiben und Zukunft bewusst gestalten zu können. Tunesien bekennt sich zu seinen muslimischen Wurzeln. Weil wir ein muslimisch geprägtes Land sind, bleiben bei uns die Halbmonde in den Klassenzimmern, Islamunterricht bleibt Pflicht fach und Imame dürfen auch weiter im Izar und Rida unterrichten. Wir werden allen gegenläufigen Bestrebungen Widerstand leisten.
  • „Wir fordern das Bemühen um Integration aber auch ein. Wer dauerhaft hier leben will, muss unsere Kultur und Wertetradition achten und zum Miteinander bereit sein.“

In kurz: Zwangsintegration, keine lustigen PC-Spiele mehr, religiöse Symbole an Schulen, Wertevorgabe durch eine Religion in einem Parteiprogramm, nationalistische Dümpelei, Online-Überwachung, Ethik wird mit Religion gleichgesetzt, unterrichtende Geistliche in Schulen die den Kindern genau eine Religion, nämliche ihre, zeigen.

Wenn man nun ein paar Worte ersetzt, z.B:
Islamunterricht zu Religionsunterricht, Tunesien zu Bayern, Halbmond zu Kruzifix, Imame zu Nonnen und Ordensleuten, Izar und Ridar zu Habit.

Dann stellt man doch fest, dass das Wahlprogramm der CSU zur letzten bayrischen Landstagswahl ziemlich gruselig aussah, oder?

In diesem Sinne.
Am 1.11. ist Allerheiligen, am 6.11. Opferfest.

Shalom dann
Statler