Rainbow Six: Mogadischu

 

Die Entführung des Flugzeugs „Landshut“ (Boeing 737-200 der Lufthansa) durch vier palästinensische Terroristen am 13. Oktober 1977 und die erfolgreiche Befreiung der Geiseln durch die GSG-9 am 18. Oktober 1977 waren Teil des Deutschen Herbstes. Das Ereignis stand in engem Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung in der Bundesrepublik Deutschland durch die Rote Armee Fraktion (RAF), mit der inhaftierte RAF-Terroristen freigepresst werden sollten (Wikipedia)

 

So einfach und unspektakulär liest sich der Eingriff einer Spezialeinheit gegen Terroristen. Was aber wäre wenn man das Ganze in Rainbow Six Siege umsetzen würde? Dann sähe es wie folgt aus:

Zu Beginn der Aktion sind 4 der 5 mutmaßlichen Geiselbefreier in einem Auto. Der fünfte konnte das Auto nicht finden und war am Handy erst erreichbar, nachdem er das Handy neu gestartet hat, alle Kollegen erneut bei WhatsApp hinzugefügt hat und auch diese ihre Handys neu gestartet hatten. Die Operation beginnt mit 20 Minuten Verspätung.

 

Szenario A

Alle treffen sich vor dem Flugzeug. Drei der fünf Anwesenden besprechen die Taktik, der vierte hört Musik und der fünfte twittert „Kein Social Eating heute Abend #AusGründen“. Nummer 4 und 5 rennen die Gangway hoch, weil sie nicht mitbekommen haben, dass der Haupteingang bewacht wird und sterben an einem C4-Sprengsatz der ihnen aus dem Eingang entgegen geschleudert wurde. Nummer 1 ruft die Entführer an und beschwert sich über Spawnkilling. Die Beschwerde wird mit „LOL deine Mudda“ beantwortet. Der Terrorist legt auf. Nummer 1 verliert leicht die Nerven, stürmt die Gangway hoch, erschießt den C4-werfenden Terroristen und stirbt in Folge an der in der Tür befestigten Sprengfalle. Nummer 2 und Nummer 3 beschließen einen anderen Eingang zu nehmen. Bleiben kurz vor der Tür stehen, weil Nummer 2 einen Anruf bekommt. Nummer 3 wird durch die Tür erschossen, weil der Terrorist seine Füße sehen konnte. Nummer 2 schreit „WALLHACKS“ und fährt nach Hause.

 

Szenario B

Terrorist 2 baut ein stationäres Maschinengewehr auf. Da dieses im Weg steht, baut Terrorist 1 es ab und wird daraufhin von Terrorist 2 erschossen. Terrorist 3 erschießt Terrorist 2, weil der Terrorist 1 erschossen hat. Terrorist 4 nimmt das Telefon und beschwert sich beim Europäischen Gerichtshof über Terrorist 3, wegen „Toxic Behaviour“. Die Sekretärin stellt ihn durch nach Ankara und lacht sich halb tot. Terrorist 3 verschanzt sich daraufhin im Gepäckraum, Terrorist 4 im Cockpit und Terrorist 5 wird bei dem Versuch erschossen C4 die Gangway runterzuwerfen. Er hatte aus Versehen Stacheldraht eingepackt, statt eines präparierten Nokia-Handys. Die GSG9 rettet die Geiseln unbehelligt aus dem Mittelteil.

 

Szenario C

Die Geiseln werden in einen Raum gebracht. Alle Terroristen, bis auf einer, verschanzen sich mit der Geisel in dem Raum. Die GSG9 stürmt das Flugzeug. Ein Beamter wirft eine Handgranate in den Raum. Alle Geiseln tot, 4 Terroristen tot, einer verletzt. Alle übrig gebliebenen Beamten versuchen den verletzen Terroristen mit einem Kopfschuss zu töten. Niemand bemerkt, dass der letzte Terrorist sich von hinten angeschlichen hat. Dieser erschießt alle GSG9 Beamten. Nimmt das Telefon, ruft beim Innenministerium an und sagt nur „EASY“. Der Innenminister stutzt kurz. Hält inne. Und antwortet dann: „Like your mom!“

 

Szenario D

Nummer 1 betritt das Flugzeug über die östliche Gangway. Nummer 2 betritt das Flugzeug über die westliche Gangway. Nummer 3 sichert den Gepäckraum. Nummer 4 hat das Cockpit gesichert und schaut in die Überwachungskameras. Plötzlich schreit Nummer 4 in sein Funkmikro. HINTER DIR! HINTER DIR! 1, 2 und 3 fragen unisono „Hinter wem?“. Nummer 4 antwortet:  „JA HINTER DIR!“. Nummer 2 stirbt. Nummer 4 reagiert mit “Ich hab doch gesagt hinter dir!“. Nachdem Nummer 5 auch das Cockpit erreicht hat, ist klar: Die Kinder von Nummer 4 wachsen ohne Vater auf.

 

Meanwhile in the Meatspace

Anita S, eine anonyme Amerikanerin installiert das Spiel, stellt fest, dass es nicht jeden Operator auch als Frau gibt. Sie schreibt einen Brief an die UN, an die EU-Kommission, an Amnesty International und an Ubisoft. Anschließend deinstalliert sie das Spiel und startet sie eine Hashtagkampagne mit dem Namen #NotAllRainbows

Beim einem AFD-Kreisverband in Thüringen arbeitet Björn H., stadtbekannter Rassist, an einer modifizierten Spielversion in der jeder deutsche Spieler nur die GSG9 spielen darf, dafür aber das gegnerische Team immer aus Moslems besteht. Horst S. aus Bayern kritisiert das „aufs schärfste“. Und fügt hinzu, dass man doch mindestens noch das bayrische USK implementieren sollte.

 

Das Fazit

Shooter zu spielen ist anstrengend. Zumindest mit 90% der Spieler, die man nicht kennt. Die durchschnittliche Sozialkompetenz eines Shooterspielers liegt auf einer Skala von 1 bis 10 in etwa bei -3. Das ist schade, aber wohl ohne postnatale Geburtenkontrolle nicht zu ändern.

Ich habe persönlich den Eindruck, dass der Teil der Menschen die es partout nicht hinbekommen sich auch nur halbwegs brauchbar zu benehmen, nichts anderes als „lol?“, „mimimi“, „deine Mudda“ oder „fu“ antworten können. Außerdem ist jeder der besser spielt ein Hacker, jeder der schlechter ist ein „behinderter Spast“ der keinen Plan hat.

(Anmerkung: Das „behindert“, „Spastiker“ und „schwul“ keine Schimpfwörter sind, jedenfalls nicht wenn man kein Arschloch ist, hat sich noch nicht überall rumgesprochen. Das man Mist redet und hinterher sagt „ist Satire“ macht es nicht nur nicht besser, sondern zeigt, dass diese Leute von Satire auch keine Ahnung haben.)

Und das gibt es da noch die anderen 10%. Die sind ganz okay. Aber um die geht es ja nicht. Es geht um die 90%. Die müssen immer noch mal nachtreten, Spott und Hohn an allen Ecken und Enden. Also eigentlich genau die Menschen, denen ich gerne mit wachsender Begeisterung ihr Bier ins Gesicht schütten möchte um ihnen dann im Augenblick des kurzen Erschreckens in die Kronjuwelen zu treten. Und dann kurz auf den Boden schauen und sagen: „Easy“.