Pereant

Es wird national. Es wird politisch. Es wird aktuell. Kennt ihr das Wort »pereant«? Sinnbildlich etwa »nieder mit ihnen«, wörtlich aus dem lateinischen bedeutet es »sie mögen zugrunde gehen!«.

Wie ich darauf komme? Es ist einfach. Derzeit kursiert am Rande von Bobby-Cars und Politpartys eine Meldung die dem einen oder anderen vielleicht entgangen sein mag. ACTA. Das böse Wort. Was tut ACTA nun? Ich kopiere es einfach und direkt aus der Wiki. Es ist knapp, kurz und ausreichend.

Zur Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen im Internet auf internationaler Ebene wurde unter anderem angedacht, dass auch die Internetdienstanbieter für von ihren Kunden begangene Urheberrechtsverletzungen als Störer haftbar gemacht werden können

Meint also, dass hintenrum ganz leise, ungefähr seit der Affäre Wulff, hier eine Form durchs EU Parlament gedrückt wird was man am liebsten nicht sehen will. Es wurde letztes Jahr schon verhältnismäßig ungesehen dagegen demonstriert. Aber das reicht bei weitem nicht. Und warum? Weil es nicht wirklich gewollt sein kann, dass in Zukunft jeder Provider zensieren und überwachen muss was geschrieben wird. Denn die Frage ist dann letztlich wer die Regeln zur Zensur festlegt.

Und nun sind am 11.2. Demonstrationen. Wer wird dahin gehen? Mehr als 1000 Leute? So viele wie es in Polen waren? Nein, wahrscheinlich nicht. Die Leute sitzen mit ihrem Arsch im Februar in gut beheizten Wohnzimmern und hämmern Platitüden raus wie »Ich habe nichts zu verstecken«, oder »Was interessiert mich das Internet?«.

Das sehen wir dann, wenn beim ersten Biedermeier die Polizei klingelt und ihn mit den Worten »Sie haben vorgestern zu illegal hochgeladenen Pornos gewichst« einfach festnehmen. Und dann geht das Geschreie los. Auch Emails werden über Server geschickt die irgendwer bereitstellt. Und sind die dann auch verantwortlich? Das ist ungefähr als wäre der Postbote für eine zugestellte Briefbombe verantwortlich. So absurd und lächerlich, dass in der Tat einige Politiker im EU Parlament schon die Aufruhr gegen den rechten und liberalen Flügel üben.

Und hier kommen wir nun zum Anfang des Beitrages.
Die Liberalen. Was tun die? Das zeigt uns die dpa.

Die Bundesregierung hat die Kritik von Gegnern des Handelsabkommens ACTA zurückgewiesen, die eine Einschränkung von Freiheitsrechten befürchten. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte am Dienstagabend in Hamburg, sie teile diese Bedenken nicht. Aus dem Abkommen lasse sich keine Aufforderung zur Veränderung der geltenden Rechtslage ableiten, in welche Richtung auch immer.

„Deshalb sehen wir es auch nicht so kritisch, wie es einige Initiativen sehen“, sagte die Ministerin. „Es enthält nicht die Möglichkeit, zum Beispiel Internetsperren oder Zugangsperren einzuführen.“ Auch bei der Auslegung des Patentschutzes gelte weiter der in der EU gültige Standard.

Wie blind kann man eigentlich sein? Und da ich schon die Einleitung der Vergangenheit entlehnt habe, mache ich damit direkt weiter und beende das ganze zum Nachdenken mit drei Zitaten.Einfach mal drüber nachdenken.

Es hätte nie ein Christentum und nie eine Reformation und keine Staatsrevolution und überhaupt nichts Gutes und Großes gegeben, wenn jeder stets gedacht hätte: „Du änderst doch nichts!“
– Robert Blum 1844

 

Pereant die Liberalen,
die nur reden, die nur prahlen,
nur mit Worten stets bezahlen,
aber arm an Taten sind:
Die bald hier-, bald dorthin sehen,
bald nach rechts, nach links sich drehen,
wie die Fahne vor dem Wind:
Pereant die Liberalen!

Pereant die Liberalen,
die bei schwelgerischen Mahlen,
bei gefüllten Festpokalen,
Turm der Freiheit sich genannt,
und die doch um einen Titel,
Zensor werden oder Büttel
oder gar Denunziant:
Pereant die Liberalen!
– Robert Eduard Prutz 1845

 

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
– Hoffman von Fallersleben 1841