Nur Killerspiele verbieten reicht nicht!

Irgendjemand, ich möchte gar nicht genau wissen wer, hat den Begriff #Killerspiel mal wieder ins Gespräch gebracht. Ich finde das greift eindeutig zu kurz. Den Fokus nur auf Egoshooter zu legen kann böse nach hinten losgehen. Daher hier eine kurze Erklärung welche Spiele auch eindeutig verboten gehören.

Spielereihen: Anno, Sim-City, Cities: Skylines, Siedler
Nach 9/11 sollten Spiele bei denen man mutwillig mit nur einem Mausklick Gebäude zerstören kann nicht mehr zugänglich sein. Was passiert haben wir in New York gesehen. Des Weiteren, wenn auch nicht ganz so tödlich, wird in diesen Spielen ganz klar eine pro-kapitalistische, neoliberale Haltung gefördert. Kein Wort der Kritik, wenn man einfach nur auf die Bilanz achten muss, oder nur bestimmte Stadtviertel bei Anno weiterentwickelt. Menschen durch einen Mausklick verhungern lassen ist zu tiefst zu verachten und abzulehnen.

Baldurs Gate, Neverwinter Nights und Planescape:Torment
Hat mal jemand versucht einen friedlichen Bauern dort zu spielen? Der einfach nur Kartoffeln anbaut? Das geht gar nicht! Und jeder, wirklich jeder rennt mit einer Waffe rum. Selbst ein einfaches Küchenmesser wird zum Mordwerkzeug. Als zusätzlicher Ansporn verursacht man bei Angriffen von hinten („Backstab“) auch noch zusätzlichen Schaden. Das Merkmal der Heimtücke springt einem hier geradezu ins Gesicht.

World of Warcraft
Bitte. WARcraft. Abzulehnen. Die Bundeswehr erklärt euch auf ihrem Gamescom-Stand warum.

Rocket League, GTA, Saints Row, Need for Speed, Hello Kitty Racing, Mario Kart
Nur ein Wort: STRASSENVERKEHRSORDNUNG! Wie sollen junge Menschen lernen sich im Straßenverkehr adäquat zu verhalten, wenn sie dauernd dazu angehalten werden zu schnell zu fahren, ihre Autos immer weiter zu tunen und aus dem Auto auf Leute zu schießen. Mal ganz abgesehen davon, dass nicht ein Auto durch den TÜV kommen würde.

Wer glaubt es sei damit getan nur Computerspiele zu verbieten, der irrt gewaltig. Konsequenterweise müssen also einige Klassiker dran glauben.

Schach
Ach ja, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll, Diskriminierung der in der Landwirtschaft tätigen als „Bauern“. Spiele mit zwei Türmen sind seit 9/11 ebenfalls kritisch zu betrachten. Unbestätigten Gerüchten zufolge gibt es in linken Kreisen bereits Anti-Imperialisten-Schach, bei dem das Ziel nur noch ist beide Türme des Gegners zu schlagen. Überhaupt. „Schlagen“ ist eine unerträgliche Verniedlichung von Gewalt. Unter Genderaspekten ist es auch bedenklich, dass immer der Verlust des Königs, nicht etwa der Königin, das Spiel beendet.

Skat
Ein einfaches Kartenspiel? Mitnichten! Habt ihr mal über den Begriff „Stechen“ nachgedacht? In den meisten Runden „sticht“ der Bube alles. Denn er ist „Trumpf“. „Bube sticht Dame“. Verdammte „Rape Culture“. Weg damit!

Reflektiert euer Spielverhalten.
Deinstalliert Shooter.
Werft euer Sachachbrett weg und nutzt eure Spielkarten angemessen.

Und dann: Viel Spaß.
Falls ihr Antisemiten seid, lehnt ihr Halma wegen des Spielbretts natürlich ab.
Versucht Solitaire.