Legen sie ihr Mandat nieder Herr Stein!

Also, ich muss etwas weiter ausholen, damit auch die unbedarften Mitlesenden folgen können. Es gibt eine Stadt in Deutschland, die nennt sich Wolfsburg. Den Namen hat vielleicht der eine oder die andere schon einmal gehört. Sie ist vor allem bekannt für ihre Autos. Also die Kraft-Durch-Freude Autos. Oder wie man sie heute nennt: Volkswagen. Außerdem gibt es dort einen Werksverein, namentlich VfL Wolfsburg. Bei genauerer Betrachtung bedeutet VfL etwa „Verein für Leibeigene“. Der oberste Sklaventreiber ist Felix Magath I., welcher auch als „Quälix“ oder „Felix der Schleifer“ bekannt ist. Eben jener Felix war in Lohn und Brot bei einem Vorortverein in der Nähe von Ückendorf. Dort hat er gelernt, dass ein vollbesetztes Stadion eben keine „Kleine Gruppe“ ist. (Quelle) Hier hat sich schon gezeigt, dass Felix I. von Basisdemokratie relativ wenig hält. In einem Anfall von akutem Despotimus stellte er sich gegen den Ückendorfer Pöbel und stürzte.

Des Weiteren finden sich mannigfaltige Statistiken zu Magaths Talenten als Händler. Gehandelt hat er vor allem und in erster Linie Menschen. Also Fußballer.

107 Spieler kauften die Vereine von Felix Magath seit Sommer 2001 – mindestens 90 Transfers davon gehen auf das alleinige Konto des Trainer-Managers Magath. Er und seine Transferpolitik polarisieren, seit er für beide Bereiche verantwortlich ist, explodiert die Zahl der Transfers förmlich. Dem Alleinherrscher des VfL Wolfsburg wird wildestes Transfergebahren vorgeworfen. Grund genug, einmal eine Bilanz der vergangenen 10 Jahre zu ziehen und die Entwicklung des Felix M. als Trainer-Manager genauer zu beleuchten. Dabei geht der Sportsaal jeden Spieler einzeln durch und teilt sie in fünf Kategorien ein. (Quelle)

Da sieht man schon das Weltbild des Felix M. und des VfL Wolfsburg. Um den Bogen zu schlagen, solche Konzerngesteuerten Vereine gibt es auch in Leverkusen, Sinsheim oder Salzburg und sind generell von Fußballfans abzulehnen. Es gibt Fußballkultur ODER Werksvereine. Das ist nicht zu diskutieren. Die Mehrheit hat Recht. Und nun sehe ich folgendes:

Herr Stein. Die Piratenpartei steht von jeher für Basisdemokratie, Gleichberechtigung und eine solide Finanzpolitik. Im Landtag wollten sie die Sparkasse pleite gehen lassen, was ist aus diesem Versprechen geworden? Keine Sechs Monate später kommt hier durch einen unbedachten Tweet ihre schwer kapitalistische Grundhaltung an’s Tageslicht. Pfui sage ich, ich bin empört. Da standen sie also mit Lobbyisten und Sparkassen-Geschäftsführern im Stadion. Wie ehrlich kann man da noch sein Mandat ausüben, na? Wohl gar nicht. Der Wähler in Nordrhein-Westfalen hat sie gewählt um als Volksvertreter zu agieren und nicht als Erfolgsfan eines emporgekommenen niedersächsischen Fußballvereins.

Wie wenig bleibt vom Wählerauftrag über wenn man in einer Retortenstadt in einem Retortenstadion eines Retortenvereins im Stadion steht? Unglaubwürdigkeit bis in die letzte Ecke. Was kommt als nächstes? Ein Buch? „Kick mich – Bekenntnisse eines Erfolgs-Fans“ ? Auch das rettet es nicht mehr. Wie viel Euro an Nordrhein-Westfälischen Steuergeldern haben sie schon in Niedersächsische Werks-Currywurst investiert? Hatten sie gar Kontakt zu Christian Wulff oder Gerhard Schröder? Als Hinweis, ich würde das an ihrer Stelle JETZT offenlegen, alles andere findet die BILD oder Spiegel Online ohnehin heraus. Salamitaktik schadet ihrem Ruf nur weiter. Transparenz Herr Stein. Transparenz. Das Wolfsburg die Vereinsfarben Grün-Weiß hat ist nur ein kleiner Teil ihrer politischen Fehlorientierung. GRÜN! Ich bitte sie.

Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, versuchen sie noch ihren Ruf zu retten. Auf eine wahrlich jämmerliche Art und Weise. Hier hätten sie wirklich wissen müssen, dass nun auch vom Landesvorstand Niedersachsen hier eine klare Distanzierung und Rücktrittsforderung zu erwarten ist. Um auch hier die mitlesenden direkt auf unschöne Umstände hinzuweisen, der Verein aus Lüdenscheid-Nord ist eine Aktiengesellschaft. Halten sie Aktien des BVB? Wenn ja, wie viele? Wenn nein, kann es mit ihrer Hingabe zu diesem Verein ja auch nicht so weit her sein. Als sei Grün als Vereinsfarbe nicht schlimm genug. Jetzt auch noch Schwarz-Gelb? Das Bedarf eigentlich keiner weiteren Kommentare mehr. Abgesehen davon, dass mich jetzt schon die Angst beschleicht, dass sie demnächst die Steuergelder dazu nutzen nach München zu fliegen, wenn die Bayern mal wieder Meister werden. Und die haben die Vereinsfarbe rot.

Herr Stein, der Rubikon ist überschritten. So geht das nicht. Solches Gebahren ist mit den Grundsätzen der Piratenpartei nicht vereinbar. Legen sie ihr Mandat nieder. Und wenn sie das schon nicht tun, dann kaufen sie sich wenigstens ein Orangefarbenes Trikot, zum Beispiel vom Lippe-Hockey-Hamm. Ist auch dünnes Eis. (Quelle)

Ich habe fertig. Wenn jemand möchte kann der Artikel in ein Pastebin kopiert werden. Und Robert: Bis Montag ;)