Heino, Heimat, Vaterland

Quelle: DPA

Wie verrückt die Zeiten sind. Ich blogge über Heino und Heimat™. Und es ist politisch aktuell. Im Grunde dermaßen absurd, dass ich den Browser direkt wieder schließen und irgendwas Vernünftiges tun sollte. Sowas wie dafür sorgen, dass Menschen, die Hilfe brauchen, über die Straße kommen. Oder Faschos, die keiner braucht, mittig auf selbiger liegen bleiben.

Aber ich ärgere mich. Über eine verpasste Chance eine Debatte zu führen. Was sachlich passiert ist, kann man auf diversen Seiten nachlesen. Heino hat Ina Scharrenbach, (auch) Ministerin der CDU für Heimat in NRW, Musik mitgebracht. Auf CD (die Älteren erinnern sich) und Vinyl (die Eltern der Älteren erinnern sich).

Abgesehen von der Tatsache, dass ich es schon ziemlich progressiv finde einer CDU-Heimatministerin Vinyl zu schenken und keine Schellackplatte, finden sich jede Menge Berichte zur Problematik. WZ, SZ, Spiegel, RP, Huffington Post schreiben mehr oder minder ähnlich und erklären welche Lieder die Nazis für ihre Zwecke eingesetzt haben.

Ich weiß nicht wie das passiert ist, aber mich beschleicht das Gefühl, dass wieder alle von derselben Pressemitteilung abgeschrieben haben. Was dabei passiert ist sieht nach wilder Empörung aus. „DAS HAT DIE SS GESUNGEN!!!11!!!!“. Ja, das ist korrekt. Aber eben nur die halbe Wahrheit. Für politisch nicht voll verstrahlte Menschen reicht genau das auch als Argument um sich damit nicht lächelnd vor eine Kamera zu stellen.

Bedauerlicherweise lässt es aber auch die Flanke offen um als Antwort „Das ist ein Volkslied von 1812, da gab es noch keine Nazis“ zu kassieren. Ja, das ist korrekt. Aber eben auch nur die halbe Wahrheit.

Dass sich dann auch noch ein Satz in der WZ findet wie „Als Beispiel nennt das Ministerium das Steiger-Lied, welches gespielt und gesungen werde, wenn die Fußballmannschaft des FC Schalke 04 zu einem Heimspiel in Gelsenkirchen antrete.“

Wenn das Einzige, was einem zum Steigerlied einfällt ein Fußballverein ist, der Gazprom als Hauptsponsor hat und deren Fußballhalle nach einem Bier aus dem Sauerland benannt ist, dann reicht das meiner Meinung nach aus um das Heimatministerium endgültig dicht zu machen.

In der Hinsicht schießt dann aber (ausgerechnet) die SZ den Vogel ab, mit der Aussage „Nur einer der insgesamt 24 Titel – das „Steiger-Lied“ – hatte überhaupt einen Bezug zum Bundesland.“

Erstens möchte ich dann an dieser Stelle die Kumpel im Saarland und im Erzgebirge nicht unerwähnt lassen (Glück Auf!), zweitens wäre vielleicht eine Landkarte mal ein Geschenk wert. Und ein Grundkurs in NRW Geschichte.

Letztlich untermauert die SZ mit so einer Aussage nur die Sichtweise, dass Heimat sich an irgendwelchen Grenzen zu orientieren hat. Und Grenzen können, wie bekannt ist, Menschen gerne auch mal ausschließen.

Es ist nicht schwer eine Suchmaschine nach Wahl anzuwerfen und es findet sich die Auflistung der Lieder auf dem abgebildeten Album. Diese kann man zugleich via Copy/Paste (für die Heimatfans: Kopieren/Einfügen) als neue Suche eingeben. Man findet Text, Information und Lieder von Heino, die ich nun den ganzen Morgen gehört habe um nicht falsch zu zitieren. (Ja, Mitleid ist angemessen).

Und hier kommt der Spotify Mix der Woche von Ina Scharrenbach (CDU):

Riesengebirglers Heimatlied
Text: Othmar Fiebiger (1886–1972)
Melodie: Vinzenz Hampel (1880–1955)

„Riesengebirge, deutsches Gebirge,
Meine liebe Heimat du!“

Die Wikipedia erklärt uns „Das Riesengebirge ist das höchste Gebirge Tschechiens sowie Schlesiens.“ Direkt beim ersten Lied sieht man wo die Reise lang geht. Eine Schallplatte in den Grenzen von 1941. Und bitte, den Texter Fiebiger nicht mit Filbinger verwechseln. Danke.

 

Schlesierlied
Text: Johannes Reinelt (1858–1906)
Melodie: Paul Mittmann (1868–1920)

Mal eben nachschauen wo dieses Schlesien denn ist: „Schlesien ist eine Region in Mitteleuropa beiderseits des Ober- und Mittellaufs der Oder und erstreckt sich im Süden entlang der Sudeten und Beskiden. Schlesien liegt heute zum größten Teil in Polen.“

„Mein Schlesierland, mein Heimatland,
So von Natur, Natur in alter Weise,
Wir sehn uns wieder, mein Schlesierland,
Wir sehn uns wieder am Oderstrand.“

NRW an der Oder. Oder auch nicht. So einfach ist es aber nicht.

 

An der Weser / Weserlied
Text: Dingelstedt 1835/36/45
Melodie: Pressel von 1845

„Und um mich klang es so froh und hehr,
und über mir tagt es so helle;
und unten brauste das ferne Wehr
und der Weser blitzende Welle.“

 

Preisend mit viel schönen Reden, 1823
Text: Justinus Kerner, 1818
Melodie: Komponist Unbekannt, 1801

Zur geographischen Einordnung nicht die Wiki, sondern die Seite für Landeskunde in Baden-Württemberg:

„…der württembergische Patriotismus spielte eine starke Rolle. Unentwegt wurde das württembergische Nationallied (von Justinus Kerner) ,Preisend mit viel schönen Reden‘ gesungen, in dem die deutschen Fürsten ihre Länder loben und bei dem es üblich war, dass die Leute die letzte Strophe, in der dem Württemberger, dem Grafen im Barte, der Preis zuerkannt wird, stehend sangen. Selbst die Kommunisten erhoben sich.“

„Und es rief der Herr von Sachsen,
Der von Bayern,
der vom Rhein:
„Graf im Bart!
Ihr seid der Reichste!
Euer Land trägt Edelstein!““

Wundervoll. Selbst die Kommunisten erhoben sich. Das sollte mal einer den Berlinern erzählen, dass die für die Leute aus BaWü aufstehen sollen.

 

Schleswig-Holstein, Meerumschlungen (1844)
Text: Matthäus Friedrich Chemnitz (1815–1870)
Melodie: Carl Gottlieb Bellmann (1772–1862)

„Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
deutscher Sitte hohe Wacht!
Wahre treu, was schwer errungen,
bis ein schön’rer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!“

Deutscher Sitte hohe Wacht. Jaha. So gehe das deutsche Volk nun dahin und beschaue die Holsteinischen Abgesandten Kubicki und Stegner und deren Mundart und Ausschweifungen der Sprache und ihr Verhalten gegenüber dem Weibe!

 

Das Ostpreussenlied (Land der dunklen Wälder)
Musik: Herbert Brust, 1930er
Text: Erich Hannighofer, 1945

Zitat Herbert Brust: „Ich glaube, daß der Weg frei sein wird zu einer reindeutschen Religion … Ich glaube an Adolf Hitler“
(Ernst Klee, Kulturlexikon, S. 85.)

Und damit ist dann auch alles gesagt.

 

Der Gott, Der Eisen Wachsen Ließ (auch Vaterlandslied)
Text: Ernst Moritz Arndt, 1812
Melodie: Albert Methfessel

„Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;“

Quelle: DPA

Dieses Lied hätte ausgereicht um zu zeigen was man mit historischen Texten für einen Blödsinn anrichten kann, wenn man politisch zwischen dem 19. Jahrhundert und 1933 stehen geblieben ist. Aber mehr dazu am Ende. Hier das passende Bild zum Lied.

 

 

Flamme Empor
Text: Pfarrer Christian Nonne (1814)
Musik: Karl Ludwig Traugott Gläser (1791)

„Flamme empor!
Steige mit loderndem Scheine
Von den Gebirgen am Rheine
Glühend empor. (…)

Leuchtender Schein!
Siehe, wir singenden Paare
Schwören am Flammenaltare“
Deutsche zu sein!“

Damals. Im 19. Jahrhundert. Als Deutsch sein noch Spaß gemacht hat. Das Lied zur Völkerschlacht. Ihr wisst schon. Wo „der Franzose“ noch der Feind und die Welt für die Nationalisten noch in Ordnung war. Da waren sie halt noch true „europakritisch“. Kennen wir ja. Heutzutage muss man ja sogar als aufrechter Doitscher mit Leuten wie LePen paktieren. Würde ich als Faschist auch nur schwer ertragen. Dann lieber Heino!

 

Südwestlied (auch Südwesterlied oder „Hart wie Kameldornholz“)
Text: Heinz Anton Klein-Werne (1937)
Melodie: Widersprüchliche Angaben, eventuell Luiska-Lied

„Und sollte man uns fragen:
Was hält euch denn hier fest?
Wir könnten nur sagen:
Wir lieben Südwest!“

Ja, Deutsch-Südwest. Und die meinen damit nicht Baden-Württemberg. Was soll ich dazu noch sagen? Kolonialgeschichte lässt grüßen.

 

Freiheit, die ich meine
Text Max von Schenkendorf, 1815
Melodie Karl August Groos, 1818

„Für die Kirchenhallen,
Für der Väter Gruft,
Für die Liebsten fallen,
Wenn die Freiheit ruft.“

Wenn man sich den Wikiartikel anschaut, dann ist das Lied quasi so ein ideologischer Joker. Es taugte für Renault, die Münchener Freiheit, Peter Maffay, Juliane Werding, Jörg Haider und eben Heino. Aber auch das erste Lied bei dem ich mir dann nicht an den Kopf fasse. Okay. Nur ein bisschen.

 

Wenn Alle Untreu Werden
Text: Max von Schenkendorf, 1814
Melodie: ausgeliehen von einem französischen Lied

„Wollt nimmer von uns weichen,
uns immer nahe sein,
treu wie die deutschen Eichen,
wie Mond und Sonnenschein (…)

Wir woll’n das Wort nicht brechen
und Buben werden gleich,
woll’n predigen und sprechen
vom heil’gen Deutschen Reich“

Ein Novalis-Gedicht, umgeschrieben und von den Nazis verwendet. Mit einer Melodie aus Frankreich. Im Text, das „heilige Deutsche Reich“. Und deutsche Eichen. Schlimmer wird’s nicht. Versprochen.

 

Ich bete an die Macht der Liebe
Text: Gerhard Tersteegen, 1750
Melodie: Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski, 1822

„Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart“

Wikizitat: „Der Originaltext enthält viele Wendungen, die schon Anfang des 19. Jahrhunderts als nicht mehr erträglich empfunden wurden und seitdem Anlass für immer neue Bearbeitungen, Umstellungen und Kürzungen gaben.“

Das nenne ich mal Retro. Ansonsten ist es stinklangweilig. Wie die meisten Kirchenlieder aus der Zeit.

 

Niedersachsenlied
Text und Melodie:Hermann Grote, 1926 oder 1934

„Wir sind die Niedersachsen,
Sturmfest und erdverwachsen,
Heil Herzog Widukinds Stamm!“

Das Lied auf das man sich als durchschnittlicher Westfale berufen kann wenn man Rheinländer schmähen will. Aber wenn ich das jetzt ausführe wird mein Blog schon am Niederrhein auf die schwarze Liste gesetzt. Und ich muss mich daran erinnern, dass ich dazu als Sachse gelten müsste. Will ich ja auch nicht.

 

Märkische Heide (Märkische Heide, märkischer Sand)
Text und Melodie: Gustav Büchsenschütz, 1923

„Hei Brandenburg allewege –
Sei unser Losungswort!
Dem Vaterland die Treue
In alle Zeiten fort.
Steige hoch, du roter Adler,
Hoch über Sumpf und Sand,
Hoch über dunkle Kiefernwälder,
Heil dir mein Brandenburger Land.“

Ich hatte bei dem Titel ja vermutet, dass es sich hier um das Nordrheinwestfälische Teilgebiet Märkisch-Kongo dreht (KFZ-Kennzeichen MK). Dem ist aber nicht so. Das ist die inoffizielle Hymne des Landes Brandenburg. Deren Verfasser wurde in Berlin geboren und starb dort. Soviel zum Thema „Heimat“.

 

Als die Römer frech geworden
Melodie: Ludwig Teichgräber (1840-1904), nach dem Festmarsch Kriegers-Lust (1860) von Joseph Gungl (1810-1889)
Text: Joseph Victor von Scheffel (1826-1886)

„Hei da gab’s westfäl’schen Schinken
Bier, soviel man wollte trinken
Auch im Zechen blieb er Held
Doch auch seine Frau Thusneld
trank walkürenmäßig“

Ach ja, der Schinken, der gute. Wenn ihr mal jemanden ärgern wollt, einfach bei Youtube eingeben. Ich habe herzlich gelacht. Historisch interessanter zu betrachten als akustisch zu ertragen.

 

O, Du Wunderschöner Deutscher Rhein
Text: W. Matthias
Musik: Rudolf Förster

„O du wunderschöner deutscher Rhein,
Du sollst ewig Deutschlands Zierde sein!“

Rheinromantik. Aber von der allerübelsten Sorte.
Deutschlands Zierde.
Der Rhein.
Wart ihr schon mal beim Karneval?

 

Westfalenlied

Text: Emil Rittershaus, 1869
Melodie: Peter Johann Peters (1820–1870)

„Wir haben keine süßen Reben
Und schöner Worte Überfluss
Und haben nicht so bald für jeden
Den Brudergruß und Bruderkuss. (…)

Behüt’ dich Gott, du rote Erde,
Du Land von Wittekind und Teut,
Bis ich zu Staub und Asche werde,
Mein Herz sich seiner Heimat freut!
Du Land Westfalen, Land der Mark,
Wie deine Eichenstämme stark,
Dich segnet noch der blasse Mund
Im Sterben, in der letzten Stund’!
Du Land wo meine Wiege stand,
O Grüß dich Gott, Westfalenland!“

Widukind. Schon wieder. Der letzte große Sachse. Heute muss man sich ja mit sowas wie Krah und Poggenburg abgeben.

 

Wohlauf Kameraden, Aufs Pferd (Reiterlied)
Text: Friedrich Schiller, 1797

„Wohl auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!
Ins Feld, in die Freiheit gezogen.
Im Felde, da ist der Mann noch was wert,
Da wird das Herz noch gewogen.
Da tritt kein anderer für ihn ein,
Auf sich selber steht er da ganz allein.“

Schiller weint, wenn er die Vertonung hört. Zurecht.

 

Zu Mantua In Banden (auch Andreas Hofer Lied)
Text: Julius Mosen, 1831
Musik: Leopold Knebelsberger, 1844

„Zu Mantua in Banden
Der treue Hofer war,
In Mantua zum Tode
Führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz.“

Andreas Hofer, der Wikiartikel sei empfohlen. Mochte Bayern nicht, Franzosen auch nicht. Hofer ist sowas wie Freiwild. Nur tot. Kommt aber auch aus Tirol. Das liegt in Österreich im deutschen Reich in Italien im Süden.

 

Glückauf, Der Steiger Kommt

Ursprung und all das könnt ihr im Wikiartikel nachlesen. Das würde es hier sprengen. Aber eine Sache muss gesagt werden. Diese Heino-Version. Ich bin vielleicht ein kleines bisschen verärgert, ich komme aus dem Ruhrgebiet.

UND WENN NOCH EINMAL EIN DÜSSELDORFER DEN TEXT VOM STEIGERLIED VERHUNZT, DANN IST ABER SCHICHT IM SCHACHT! WIR VERSTEHEN DA KEINEN SPASS DU SCHWARZBRAUNE HASELNUSS! WIR VERSCHARREN DICH NOCH VOR DER METTENSCHICHT IN PROSPER-HANIEL UND KEINER WIRD DICH JE WIEDER SINGEN HÖREN!

Aber wie gesagt, nur ein kleines bisschen verärgert.
LERN DEN TEXT DU KASPER!

 

Steh‘ Ich In Finstrer Mitternacht

Text: Wilhelm Hauff 1824
Musik: Friedrich Silcher

„Sie liebt mich noch, sie ist mir gut,
Drum bin ich froh und wohlgemut.
Mein Herz schlägt warm in kalter Nacht,
Wenn es ans treue Lieb gedacht.“

Das treue Weib. Militärromantik. Die erzählt ja immer alles. Außer wie das ist wenn man nahe Verdun seine Eingeweide in den Körper stopft. Aber irgendwas ist ja immer.

 

Ich hatt‘ einen Kameraden (auch Der gute Kamerad)
Text: Ludwig Uhland 1809
Musik: Friedrich Silcher

„Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen besseren findst du nicht.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.“

Aus der berühmten Reihe „Lieder, die zur Wehrmacht und zur Bundeswehr passen“. Einfach sacken lassen.

 

Ich hab das „Berlin-Medley“ und „Teure Heimat“ weggelassen. Das dürft ihr selber suchen. Es ist schrecklich. Irgendwo zwischen Helene Fischer und Peter Alexander.

Zum Fazit: Man hätte so vieles aufzeigen können mit diesem Album und warum ein Heimatministerium Unfug ist:

  • Menschen aus dem Riesengebirge, Schlesien und Anderswo haben in NRW eine Heimat gefunden. Denen hat man nicht gesagt, dass das Boot voll sei, sondern dass sie willkommen seien. Es ist bunt hier. Und das ist gut so.
  • Verklärung völkischer Ideen. Auf der einen Seite werden Widukind und die Deutschen bejubelt. Die angebliche „deutsche“ Kultur. Ohne zu erwähnen, dass im Westfalenlied auf den Rheinländern rumgetreten wird, dass Niedersachsen und Linksrheinische sich nicht grün waren, dass französische Melodien für original deutsches Liedgut verwendet wurde. Und wenn das nicht reicht: Worringen geht immer! Und Brabant ist nicht deutsch.
  • Erklärung der faschistoiden Blut- und Boden Ideologie mit germanischem Touch und wie sie heute immer noch genutzt wird, gerade der Thüringer Heimatschutz liefert hier ein passendes wie trauriges Beispiel. Mitsamt aller Folgen.
  • Heimat zu definieren in einem politischen Kontext, ohne Dinge wie die eigene Kolonialgeschichte ausreichend zu beleuchten, ist ein Desaster. Fragt mal in Deutsch-Südwest. (Deutsch-Südwest meint hier Namibia UND Tübingen. Gleichzeitig.)
  • Gerede von „Freiheit“ erklären, wenn es von den Falschen kommt. Verklärung des Begriffes durch Hofer, oder eben auch die FPÖ, die sich gerne freiheitlich nennen, deren Ziele aber Großteile unserer Freiheit beenden würden.
  • Alternativ könnte man auch diskutieren warum Wehrmachtslieder immer noch in der Bundeswehr gesungen werden.

Ich finde den Begriff Heimat erst mal nicht verwerflich oder schlimm. Ich verstehe ihn aber auch nicht ausgrenzend und für mich persönlich nur sehr begrenzt politisch. Wenn man den Begriff politisch instrumentalisiert läuft man immer Gefahr, dass es so endet wie man hier sieht. Alles das, den Heimatbegriff, die Kolonialisierung, die Romantisierung deutscher Geschichte und Geschichte dessen, was von einigen Leuten für Deutsch gehalten wird, hätte man thematisieren können. Ohne es den Faschos und Populisten zu überlassen.

Oder man schreibt „Heino schenkt Heimatministerin Platte mit SS-Liedern“ und der Diskurs endet mit der ersten Antwort. 

 

 

 

 

 

 

Und weil einerseits für die Kameraden „Heimat“ und „Vaterland“ dasselbe ist und weil ich das letzte Wort niemals den Faschos überlassen möchte, hier noch ein schönes Lied namens „Vaterland“ von Funny Van Dannen.


Warum sind in Deutschland die Anderen schuld
Wenn man selbst zu doof ist zu denken?
Warum machen wir Deutschen den Führerschein
Bevor wir das Herz verschenken?

Warum sagen wir Deutschen ‚Mutti‘
Von München bis Helgoland?
Ach Mutti, Mutti, Mutti
Was heißt Vaterland?