Rantnotiz – Finale

Fußball. Emotionen.

Und Tausende Leute die besser die Fresse halten sollten. Leute, die einmal im Jahr Fußball schauen. Fünf mal, wenn WM oder EM ist. Die sich freundlich lächelnd Schminke ins Gesicht kleistern, mit ihren Fähnchen wedeln, eine Viererkette nicht von einer Raute unterscheiden können und in jedem Fall die Gegenargumentation zu Pyrotechnik mit „Aber die Kinder im Stadion..“ beginnen. Ja, ihr – ihr da draussen die ihr mit so genialen Tweets wie „Ich mag die Bayern nicht, die sind so arrogant“ um die Ecke kommen.

Profi-Tipp: Fahrt mal nach Dortmund zum Spiel mit ’nem Bochum-, Oberhausen- oder Duisburgschal. Und redet mal mit ein paar Münsterländern, die euch dann erklären „Schwarzgelb ist die Heimat“. Da merkt ihr was Arroganz ist. Könnt ihr natürlich nicht wissen. Ihr geht ja nie zum Fußball. Ihr habt ja keine Mannschaft. Außer Deutschland alle 2 Jahre. Genau. Ihr macht das mit dem „Event“ und dem „public viewing“. Und Leichenschau ist nicht umsonst die wörtliche Übersetzung von „public viewing“. Ihr wißt ja wo der Fußball herkommt, gell? Und wer da so hingegangen ist. Das waren die Leute über die ihr jetzt die Nase rümpft. Die „Asis“, die „Proleten“. Die Menschen die am Wochenende einfach mal 90 Minuten die restliche Scheiße vergessen wollten. Da trinkt man dann ein Bier, hat Spaß mit Freunden und ’ne schöne Zeit. Und jetzt kommen sie. In Designeranzügen und Prosecco aus Dosen und wollen Happening. Aber Hauptsache für oder gegen irgendwen sein. Macht ihr das beim Feldhockey auch?

Wir haben für sowas ein Lied. „Ihr macht unseren Sport kaputt“. Also bei aller Höflichkeit. Bedarfs- und Eventfans braucht kein Schwein, denn wegen denen gab es von Dortmunder Seite keine Choreo. Wegen der „Sicherheit“ und des „Event“-Charakters. Mir tut’s für alle Dortmunder (und da meine ich insbesondere die Fraktion in der Nordstadt) leid, denn die waren auch da, als es dem Verein Scheiße ging. Ja, gab es. Da waren da nur 20.000 im Stadion. Das sind Fans. Und oh Wunder, die gibt es auch in München. Und für die freu ich mich.

Und falls jetzt jemand diesen Artikel politisch nicht korrekt findet, polemisch oder gar polariserend. Oder emotional. Ja, alles das. Wir leben Fußball. Ihr macht Event. Geht doch zum Karneval und macht da die Scheiße mit den Fähnchen.
Aber lasst uns den Fußball wie wir ihn mögen.

Ich habe fertig.
Glück Auf.