schreibrephorm http://schreibrephorm.de Delfin mit 'f', Phanta mit 'ph' ? Satirische Realitätsanalysen Thu, 10 Aug 2017 07:05:23 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8.2 Liebe Piraten, macht euch halt zum Obst http://schreibrephorm.de/liebe-piraten-macht-euch-halt-zum-obst/ http://schreibrephorm.de/liebe-piraten-macht-euch-halt-zum-obst/#comments Fri, 04 Aug 2017 21:44:31 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=2028 Die neuen Flyer der Piratenpartei sind da. Witzig. Wenn man ein bisschen Humor mitbringt.

Da Piraten bei jeder Form von Kritik gerne anmerken, dass sie in der falschen Form vorgetragen ist, das man das auch höflicher sagen kann, dass nur meckern nix bringt usw. reicht leider ein „lol“ nicht mehr aus, obwohl damit eigentlich alles gesagt wäre. Aber um Fragen vorzubeugen und um sehr konstruktiv zu sein, nehme ich mal einen Absatz auseinander.

Über 11.000 Digitalexperten / Wir beherrschen IT

Ihr habt keine 11K Digitalexperten, was ihr habt:

  • Keine Zulassung zur BTW in 5 Bundesländern
  • Eine Ex-Fraktion die unter medialem Druck eine Anzeige nach Hackerparagraph durchgezogen hat
  • Eine Ex-Fraktion die Mitarbeiter versucht hat wegen Tweets abzumahnen
  • es in 5 Jahren nicht auf die Reihe bekommen einen einheitlichen Kalender für zwanzig neunzehn achtzehn 17 Leute hinzukriegen
  • ein Parteiwiki was in Chaos absäuft
  • abgelaufene Zertifikate
  • Leute die im Mumble heulen wenn sie von nem Mod gemutet werden
  • Menschen, die glauben Gamer seien die native Zielgruppe der Piraten

Eine Vision

Ihr habt nicht eine Vision, jedenfalls nicht in der Partei. Als Beispiel sei das Dilemma des Selbstverständnis an einem Twittergespräch kurz dargestellt (anklickbar):

 

Während der eine Teil der Partei auf Polizeigewalt schimpft, retweeten andere Achse des Guten, Kolja-Bonke-Avatar Tweets und die Junge Freiheit. Das ist nicht eine Vision, das ist ein Haufen Leute die glauben sie machen Politik. Besonders schön auch immer wieder die vollkommen unreflektierte Nutzung des Extremismusbegriffs.

Digital und real

Eine Trennung? Echt? Eine so-called Netzpartei die Digital und Real differenziert? Noch deutlicher kann man überhaupt nicht zum Ausdruck bringen, dass man die Durchdringung der Digitalisierung in alle Teile der Gesellschaft überhaupt nicht verstanden hat. 11K Digitalexperten und das hat keiner gemerkt bevor das in die Druckvorlage gegangen ist? Muss man erst mal schaffen. Aber irgendwie überrascht es mich dann auch nicht, dass selbst die Grünen ein 17-Seiten-Papier zum Thema e-Health hingelegt haben, während der Begriff im Wahlprogramm der Piraten überhaupt nicht auftaucht.

Was mich aber am allermeisten nervt ist, dass wahrscheinlich wieder irgendein Schlaumeier um die Ecke kommt und meint mir erzählen zu müssen, dass ich ja helfen könne, damit es besser wird. Auch die Piratenpartei ist eine Partei. Und die will gewählt werden. Und wer sich zum Obst macht wird nicht gewählt. So einfach ist das.

tl;dr

lol

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10 Punkte Leidkultur http://schreibrephorm.de/10-punkte-leidkultur/ http://schreibrephorm.de/10-punkte-leidkultur/#comments Sun, 30 Apr 2017 10:35:54 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=2010 Die Misere.
Sie hat es schon wieder getan.
Sie hat gesprochen.
Der Mann, dessen feuchte Träume bei einem Überwachungsstaat erst beginnen, hat einen 10 Punkte Plan vorgestellt.

1. Gesicht zeigen

„Wir legen Wert auf ei­ni­ge so­zia­le Ge­wohn­hei­ten, nicht weil sie In­halt, son­dern weil sie Aus­druck einer be­stimm­ten Hal­tung sind: Wir sagen un­se­ren Namen.“
Genau. Hallo, ich bin schreibrephorm. Leute, die mich länger kennen, nennen mich Phörmchen.

„Wir geben uns zur Be­grü­ßung die Hand.“
Zur Begrüßung schreibe ich meistens: o/
Und Nein, das ist keine gute, alte, deutsche Tradition den Arm zu haben, sondern ein winkender Arm.

„Bei De­mons­tra­tio­nen haben wir ein Ver­mum­mungs­ver­bot. „Ge­sicht zei­gen“ – das ist Aus­druck un­se­res de­mo­kra­ti­schen Mit­ein­an­ders.“
Deswegen erkennt man die Polizisten unter dem Helmen mit den Sturmhauben auch so gut. (Während sie auf die Leute einprügeln)

„Im All­tag ist es für uns von Be­deu­tung, ob wir bei un­se­ren Ge­sprächs­part­nern in ein freund­li­ches oder ein trau­ri­ges Ge­sicht bli­cken.“
Nein, ist es nicht. Den meisten Leuten ist es scheißegal wie es dem anderen geht. Hauptsache man hat selber genug.

„Wir sind eine of­fe­ne Ge­sell­schaft.“
Wir binden nur ab und zu Asylbewerber an Bäume, zünden Heime an und niemand würde bei uns auf die Idee kommen „Jude“, „schwul“ und „behindert“ als Schimpfwort zu nutzen. So offen sind wir.

„Wir zei­gen unser Ge­sicht. Wir sind nicht Burka.“
Weil ein Vermummungsverbot gilt? Das ist von der Logik her so verquer, das ist nicht zu fassen. Von der Gramamtik möchte ich nicht reden.

2. Bildung

„Wir sehen Bil­dung und Er­zie­hung als Wert und nicht al­lein als In­stru­ment. Schü­ler ler­nen – manch­mal zu ihrem Un­ver­ständ­nis – auch das, was sie im spä­te­ren Be­rufs­le­ben wenig brau­chen. Ei­ni­ge for­dern daher, Schu­le solle stär­ker auf spä­te­re Be­ru­fe vor­be­rei­ten. Das ent­spricht aber nicht un­se­rem Ver­ständ­nis von Bil­dung. All­ge­mein­bil­dung hat einen Wert für sich. Die­ses Be­wusst­sein prägt unser Land.“

Wer ist eigentlich dieses „Wir“ – versucht dieser ewig gestrige, rechts außen positionierte Abklatsch einer Propagandaabteilung da irgendwas? Und was das Land prägt, ist sicherlich NICHT irgendein  Bildungsideal. Noch nicht mal das von Humboldt. Ich hatte das Vergnügen mir jahrelang zu Weihnachten dem Bodensatz des gesunden Menschenverstandes, der jetzt Fakenews und die AFD für toll hält, bei Gesprächen über Verkehrspolitik, Ausländer und Krankheiten zuzuhören. Niemand hat da über Bildung geredet. Das ist Vielleicht das Wunschbild von Leuten aus Hugenottenfamilien mit Künstlerhintergrund. Oder von irgendwelchen calvinistischen Grünen, die mit goldenem Löffel im Arsch aufgewachsen sind und jetzt ihren SUV vorm Bioladen parken.

 

3. Leistung

„Wir sehen Leis­tung als etwas an, auf das jeder Ein­zel­ne stolz sein kann. Über­all: im Sport, in der Ge­sell­schaft, in der Wis­sen­schaft, in der Po­li­tik oder in der Wirt­schaft. Wir for­dern Leis­tung. Leis­tung und Qua­li­tät brin­gen Wohl­stand. Der Leis­tungs­ge­dan­ke hat unser Land stark ge­macht. Wir leis­ten auch Hilfe, haben so­zia­le Si­che­rungs­sys­te­me und bie­ten Men­schen, die Hilfe brau­chen, die Hilfe der Ge­sell­schaft an. Als Land wol­len wir uns das leis­ten und als Land kön­nen wir uns das leis­ten. Auch auf diese Leis­tung sind wir stolz.“

Die verschriftliche Koalitionsanfrage an die FDP. Da fehlt nur noch „Und wer nichts leistet, ist nichts wert“ – weil in diesem Land Leistung immer noch zu oft mit Einkommen verwechselt wird. Ich empfehle Saltatio Mortis zu dem Thema.

 

4. Traditionen

„Wir sind Erben un­se­rer Ge­schich­te mit all ihren Höhen und Tie­fen. Un­se­re Ver­gan­gen­heit prägt un­se­re Ge­gen­wart und un­se­re Kul­tur. Wir sind Erben un­se­rer deut­schen Ge­schich­te. Für uns ist sie ein Rin­gen um die Deut­sche Ein­heit in Frei­heit und Frie­den mit un­se­ren Nach­barn, das Zu­sam­men­wach­sen der Län­der zu einem fö­de­ra­len Staat, das Rin­gen um Frei­heit und das Be­kennt­nis zu den tiefs­ten Tie­fen un­se­rer Ge­schich­te. Dazu ge­hört auch ein be­son­de­res Ver­hält­nis zum Exis­tenz­recht Is­raels.“

Welche Traditionen meint er eigentlich? Da steht nur „unsere Kultur“ und die wird ja unter dem nächsten Punkt erklärt. Was meint er also mit Traditionen? 80 Jahre nach den Nazis endlich mal wieder welche wählen zu dürfen? Und wegen der Sache mit Israel: Hat Sigmar Gabriel diesen Text gelesen?

 

5. Kultur

„Wir sind Kul­tur­na­ti­on.“
EINE. Es heißt „Wir sind eine Kulturnation“. Und die Aussage ist so unbestimmt wie der Artikel, der in dem Satz fehlt.

„Kaum ein Land ist so ge­prägt von Kul­tur und Phi­lo­so­phie wie Deutsch­land. Deutsch­land hat gro­ßen Ein­fluss auf die kul­tu­rel­le Ent­wick­lung der gan­zen Welt ge­nom­men.“
In kurz: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

„Bach und Goe­the „ge­hö­ren“ der gan­zen Welt und waren Deut­sche. Wir haben unser ei­ge­nes Ver­ständ­nis vom Stel­len­wert der Kul­tur in un­se­rer Ge­sell­schaft. Es ist selbst­ver­ständ­lich, dass bei einem po­li­ti­schen Fest­akt oder bei einem Schul­ju­bi­lä­um Musik ge­spielt wird.“
Ja. Und bei Beerdigungen. Und bei Nazimärschen.

„Bei der Er­öff­nung eines gro­ßen Kon­zert­hau­ses sind – wie selbst­ver­ständ­lich – Bun­des­prä­si­dent, Ver­tre­ter aus Re­gie­rung, Par­la­ment, Recht­spre­chung und Ge­sell­schaft vor Ort. Kaum ein Land hat zudem so viele Thea­ter pro Ein­woh­ner wie Deutsch­land.“
Okay. Und jetzt? Ich begrüße Kultur. Ich begrüße vor allem mit anderen über Kultur zu reden. Auch gerne über andere Kulturen. Das geht aber nicht, wenn die Leute wieder ausgewiesen werden, oder alternativ die Integration so Scheiße ist, dass ich mit den Menschen nicht reden kann.

„Jeder Land­kreis ist stolz auf seine Mu­sik­schu­le. Kul­tur in einem wei­ten Sinne, unser Blick dar­auf und das, was wir dafür tun, auch das ge­hört zu uns.“
‚Und? Wo ziehst du hin?‘ – ‚Nach Gelsenkirchen, die haben so eine geile Musikschule, die macht mich stolz.‘ (Kein Schalker, jemals)

 

6. Religion

„In un­se­rem Land ist Re­li­gi­on Kitt und nicht Keil der Ge­sell­schaft. Dafür ste­hen in un­se­rem Land die Kir­chen mit ihrem un­er­müd­li­chen Ein­satz für die Ge­sell­schaft. Sie ste­hen für die­sen Kitt – sie ver­bin­den Men­schen, nicht nur im Glau­ben, son­dern auch im täg­li­chen Leben, in Kitas und Schu­len, in Al­ten­hei­men und ak­ti­ver Ge­mein­de­ar­beit. Ein sol­cher Kitt für un­se­re Ge­sell­schaft ent­steht in der christ­li­chen Kir­che, in der Syn­ago­ge und in der Mo­schee. Wir er­in­nern in die­sem Jahr an 500 Jahre Re­for­ma­ti­on.

Für die Tren­nung der christ­li­chen Kir­chen hat Eu­ro­pa, hat Deutsch­land einen hohen Preis ge­zahlt. Mit Krie­gen und jahr­hun­der­te­lan­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Deutsch­land ist von einem be­son­de­ren Staat-Kir­chen-Ver­hält­nis ge­prägt. Unser Staat ist welt­an­schau­lich neu­tral, aber den Kir­chen und Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten freund­lich zu­ge­wandt. Kirch­li­che Fei­er­ta­ge prä­gen den Rhyth­mus un­se­rer Jahre. Kirch­tür­me prä­gen un­se­re Land­schaft. Unser Land ist christ­lich ge­prägt. Wir leben im re­li­giö­sen Frie­den. Und die Grund­la­ge dafür ist der un­be­ding­te Vor­rang des Rechts über alle re­li­giö­sen Re­geln im staat­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­le­ben.“

Das ausgerechnet ER an die Reformation erinnern muss, war ja so klar. Und nein, der Staat ist NICHT weltanschaulich neutral. Sonst würden wir nicht von einer „christlichen“ Partei regiert. War er nie, sollte er aber sein. Und das er hinter „Kirchtürme“ nicht geschrieben hat „und keine Moscheen“ ist rhetorisch genau so klug wie verlogen. Religion ist Privatsache. Aber das begreifen die niemals.

 

7. Zivilkultur

„Wir haben in un­se­rem Land eine Zi­vil­kul­tur bei der Re­ge­lung von Kon­flik­ten. Der Kom­pro­miss ist kon­sti­tu­tiv für die De­mo­kra­tie und unser Land.“
Wie man sich halt die Verlogenheit der Politik und der Diplomatie schönreden kann, nicht wahr?

„Viel­leicht sind wir stär­ker eine kon­sens­ori­en­tier­te Ge­sell­schaft als an­de­re Ge­sell­schaf­ten des Wes­tens.“
Hallo? Abgrenzender Nationalismus? Brauch ich nicht.
(Außer die schottische und irische Unabhängigkeit von….ach lassen wir das. Jeder hat das Recht auf Double Standards)

„Zum Mehr­heits­prin­zip ge­hört der Min­der­hei­ten­schutz. Wir stö­ren uns daran, dass da ei­ni­ges ins Rut­schen ge­ra­ten ist.“
Und Afghanistan ist ein sicheres Herkunftsland, ne?

„Für uns sind Re­spekt und To­le­ranz wich­tig. Wir ak­zep­tie­ren un­ter­schied­li­che Le­bens­for­men und wer dies ab­lehnt, stellt sich au­ßer­halb eines gro­ßen Kon­sen­ses.“
Ehe für alle gibt es trotzdem nicht. So tolerant sind wir.

„Ge­walt wird weder bei De­mons­tra­tio­nen noch an an­de­rer Stel­le ge­sell­schaft­lich ak­zep­tiert. Wir ver­knüp­fen Vor­stel­lun­gen von Ehre nicht mit Ge­walt.“
Definiere Gewalt. (scnr)

 

8. Aufgeklärter Patriotismus

„Wir sind auf­ge­klär­te Pa­trio­ten. Ein auf­ge­klär­ter Pa­tri­ot liebt sein Land und hasst nicht an­de­re. Auch wir Deut­schen kön­nen es sein. „Und weil wir dies Land ver­bes­sern, lie­ben und be­schir­men wir‘s. Und das liebs­te mag‘s uns schei­nen, so wie an­dern Völ­kern ihrs, so heißt es in der Kin­der­hym­ne von Bert Brecht. Ja, wir hat­ten Pro­ble­me mit un­se­rem Pa­trio­tis­mus. Mal wurde er zum Na­tio­na­lis­mus, mal trau­ten sich viele nicht, sich zu Deutsch­land zu be­ken­nen. All das ist vor­bei, vor allem in der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on. Un­se­re Na­tio­nal­fah­ne und un­se­re Na­tio­nal­hym­ne sind selbst­ver­ständ­li­cher Teil un­se­res Pa­trio­tis­mus: Ei­nig­keit und Recht und Frei­heit.“

Wir haben ihn endlich wieder, unseren Nationalstolz
Wir atmen auf, es stirbt der Wald
Wir sind eben aus ganz besonderem deutschen Holz
Wir sind eiskalt, wir sind wieder wer – wer nur ?
Zweifelsfrei deutsch pur

Wir tanzen, tanzen, tanzen der ganzen Welt vor
Wir zeigen, zeigen, zeigen ihr den Schritt
Wir wissen endlich wieder wo es langgeht
Was ansteht – grundsolide, grundgut

Asylanten weisen wir vor unsere Schranken
So verfolgt kann keiner sein
Deutschland wird allzu sehr als Paradies missverstanden
Wir lassen keinen mehr rein

Wir sind Christen, falten unsere Hände
Schließen dabei die Augen zu
Preisen Gott und die geistige Wende
Spielen Blinde Kuh
Wir wollen unsere Herren loben
Alles gute kommt von oben

Grönemeyer, Tanzen (1986)

 

9. Teil Europas

„Unser Land hatte viele Zä­su­ren zu be­wäl­ti­gen. Ei­ni­ge davon waren mit Grund­ent­schei­dun­gen ver­bun­den. Eine der wich­tigs­ten lau­tet: Wir sind Teil des Wes­tens.“
Einfach noch mal hoch scrollen und lesen ‚Ein auf­ge­klär­ter Pa­tri­ot liebt sein Land und hasst nicht an­de­re‘ – Hassen nicht, aber abgrenzen muss man sich schon, ja?

„Kul­tu­rell, geis­tig und po­li­tisch. Die NATO schützt un­se­re Frei­heit. Sie ver­bin­det uns mit den USA, un­se­rem wich­tigs­ten au­ßer­eu­ro­päi­schen Freund und Part­ner. Als Deut­sche sind wir immer auch Eu­ro­pä­er. Deut­sche In­ter­es­sen sind oft am bes­ten durch Eu­ro­pa zu ver­tre­ten und zu ver­wirk­li­chen. Um­ge­kehrt wird Eu­ro­pa ohne ein star­kes Deutsch­land nicht ge­dei­hen. Wir sind viel­leicht das eu­ro­päischs­te Land in Eu­ro­pa – kein Land hat mehr Nach­barn als Deutsch­land.“

Jahaaaa, Frankreich, Österreich und das Serbien gucken da mit nur 8 (statt 9) Nachbarländern ganz schon blöd aus der Wäsche. So deutsch wie wir werden die nie. Denen fehlt ein Nachbar.

„Die geo­gra­fi­sche Mit­tel­la­ge hat uns über Jahr­hun­der­te mit un­se­ren Nach­barn ge­formt, frü­her im Schwie­ri­gen, jetzt im Guten. Das prägt unser Den­ken und un­se­re Po­li­tik.“
Kann mal wer nachzählen wie viele Nachbarn wir im November 1942 hatten? Also nicht die eingemeideten, die wir mit Leidkultur via Einmarschieren beglückt haben.

 

10. Kollektives Gedächtnis

„Wir haben ein ge­mein­sa­mes kol­lek­ti­ves Ge­dächt­nis für Orte und Er­in­ne­run­gen. Das Bran­den­bur­ger Tor und der 9. No­vem­ber sind zum Bei­spiel ein Teil sol­cher kol­lek­ti­ven Er­in­ne­run­gen. Oder auch der Ge­winn der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten. Re­gio­na­les kommt hinzu: Kar­ne­val, Volks­fes­te. Die hei­mat­li­che Ver­wur­ze­lung, die Markt­plät­ze un­se­rer Städ­te. Die Ver­bun­den­heit mit Orten, Ge­rü­chen und Tra­di­tio­nen. Lands­mann­schaft­li­che Men­ta­li­tä­ten, die am Klang der Spra­che jeder er­kennt, ge­hö­ren zu uns und prä­gen unser Land.“

Wir sind die Deutschen, sie werden assimiliert werden. Widerstand ist Zwecklos.

 

tl;dr : Ich war nicht Papst, Ich war nicht Weltmeister, Ich will nicht Deutschland sein. Steck dir deine Leitkulturscheiße in den Arsch.

 

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Rainbow Six: Mogadischu http://schreibrephorm.de/r6s/ Sun, 07 Aug 2016 18:01:29 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1999  

Die Entführung des Flugzeugs „Landshut“ (Boeing 737-200 der Lufthansa) durch vier palästinensische Terroristen am 13. Oktober 1977 und die erfolgreiche Befreiung der Geiseln durch die GSG-9 am 18. Oktober 1977 waren Teil des Deutschen Herbstes. Das Ereignis stand in engem Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung in der Bundesrepublik Deutschland durch die Rote Armee Fraktion (RAF), mit der inhaftierte RAF-Terroristen freigepresst werden sollten (Wikipedia)

 

So einfach und unspektakulär liest sich der Eingriff einer Spezialeinheit gegen Terroristen. Was aber wäre wenn man das Ganze in Rainbow Six Siege umsetzen würde? Dann sähe es wie folgt aus:

Zu Beginn der Aktion sind 4 der 5 mutmaßlichen Geiselbefreier in einem Auto. Der fünfte konnte das Auto nicht finden und war am Handy erst erreichbar, nachdem er das Handy neu gestartet hat, alle Kollegen erneut bei WhatsApp hinzugefügt hat und auch diese ihre Handys neu gestartet hatten. Die Operation beginnt mit 20 Minuten Verspätung.

 

Szenario A

Alle treffen sich vor dem Flugzeug. Drei der fünf Anwesenden besprechen die Taktik, der vierte hört Musik und der fünfte twittert „Kein Social Eating heute Abend #AusGründen“. Nummer 4 und 5 rennen die Gangway hoch, weil sie nicht mitbekommen haben, dass der Haupteingang bewacht wird und sterben an einem C4-Sprengsatz der ihnen aus dem Eingang entgegen geschleudert wurde. Nummer 1 ruft die Entführer an und beschwert sich über Spawnkilling. Die Beschwerde wird mit „LOL deine Mudda“ beantwortet. Der Terrorist legt auf. Nummer 1 verliert leicht die Nerven, stürmt die Gangway hoch, erschießt den C4-werfenden Terroristen und stirbt in Folge an der in der Tür befestigten Sprengfalle. Nummer 2 und Nummer 3 beschließen einen anderen Eingang zu nehmen. Bleiben kurz vor der Tür stehen, weil Nummer 2 einen Anruf bekommt. Nummer 3 wird durch die Tür erschossen, weil der Terrorist seine Füße sehen konnte. Nummer 2 schreit „WALLHACKS“ und fährt nach Hause.

 

Szenario B

Terrorist 2 baut ein stationäres Maschinengewehr auf. Da dieses im Weg steht, baut Terrorist 1 es ab und wird daraufhin von Terrorist 2 erschossen. Terrorist 3 erschießt Terrorist 2, weil der Terrorist 1 erschossen hat. Terrorist 4 nimmt das Telefon und beschwert sich beim Europäischen Gerichtshof über Terrorist 3, wegen „Toxic Behaviour“. Die Sekretärin stellt ihn durch nach Ankara und lacht sich halb tot. Terrorist 3 verschanzt sich daraufhin im Gepäckraum, Terrorist 4 im Cockpit und Terrorist 5 wird bei dem Versuch erschossen C4 die Gangway runterzuwerfen. Er hatte aus Versehen Stacheldraht eingepackt, statt eines präparierten Nokia-Handys. Die GSG9 rettet die Geiseln unbehelligt aus dem Mittelteil.

 

Szenario C

Die Geiseln werden in einen Raum gebracht. Alle Terroristen, bis auf einer, verschanzen sich mit der Geisel in dem Raum. Die GSG9 stürmt das Flugzeug. Ein Beamter wirft eine Handgranate in den Raum. Alle Geiseln tot, 4 Terroristen tot, einer verletzt. Alle übrig gebliebenen Beamten versuchen den verletzen Terroristen mit einem Kopfschuss zu töten. Niemand bemerkt, dass der letzte Terrorist sich von hinten angeschlichen hat. Dieser erschießt alle GSG9 Beamten. Nimmt das Telefon, ruft beim Innenministerium an und sagt nur „EASY“. Der Innenminister stutzt kurz. Hält inne. Und antwortet dann: „Like your mom!“

 

Szenario D

Nummer 1 betritt das Flugzeug über die östliche Gangway. Nummer 2 betritt das Flugzeug über die westliche Gangway. Nummer 3 sichert den Gepäckraum. Nummer 4 hat das Cockpit gesichert und schaut in die Überwachungskameras. Plötzlich schreit Nummer 4 in sein Funkmikro. HINTER DIR! HINTER DIR! 1, 2 und 3 fragen unisono „Hinter wem?“. Nummer 4 antwortet:  „JA HINTER DIR!“. Nummer 2 stirbt. Nummer 4 reagiert mit “Ich hab doch gesagt hinter dir!“. Nachdem Nummer 5 auch das Cockpit erreicht hat, ist klar: Die Kinder von Nummer 4 wachsen ohne Vater auf.

 

Meanwhile in the Meatspace

Anita S, eine anonyme Amerikanerin installiert das Spiel, stellt fest, dass es nicht jeden Operator auch als Frau gibt. Sie schreibt einen Brief an die UN, an die EU-Kommission, an Amnesty International und an Ubisoft. Anschließend deinstalliert sie das Spiel und startet sie eine Hashtagkampagne mit dem Namen #NotAllRainbows

Beim einem AFD-Kreisverband in Thüringen arbeitet Björn H., stadtbekannter Rassist, an einer modifizierten Spielversion in der jeder deutsche Spieler nur die GSG9 spielen darf, dafür aber das gegnerische Team immer aus Moslems besteht. Horst S. aus Bayern kritisiert das „aufs schärfste“. Und fügt hinzu, dass man doch mindestens noch das bayrische USK implementieren sollte.

 

Das Fazit

Shooter zu spielen ist anstrengend. Zumindest mit 90% der Spieler, die man nicht kennt. Die durchschnittliche Sozialkompetenz eines Shooterspielers liegt auf einer Skala von 1 bis 10 in etwa bei -3. Das ist schade, aber wohl ohne postnatale Geburtenkontrolle nicht zu ändern.

Ich habe persönlich den Eindruck, dass der Teil der Menschen die es partout nicht hinbekommen sich auch nur halbwegs brauchbar zu benehmen, nichts anderes als „lol?“, „mimimi“, „deine Mudda“ oder „fu“ antworten können. Außerdem ist jeder der besser spielt ein Hacker, jeder der schlechter ist ein „behinderter Spast“ der keinen Plan hat.

(Anmerkung: Das „behindert“, „Spastiker“ und „schwul“ keine Schimpfwörter sind, jedenfalls nicht wenn man kein Arschloch ist, hat sich noch nicht überall rumgesprochen. Das man Mist redet und hinterher sagt „ist Satire“ macht es nicht nur nicht besser, sondern zeigt, dass diese Leute von Satire auch keine Ahnung haben.)

Und das gibt es da noch die anderen 10%. Die sind ganz okay. Aber um die geht es ja nicht. Es geht um die 90%. Die müssen immer noch mal nachtreten, Spott und Hohn an allen Ecken und Enden. Also eigentlich genau die Menschen, denen ich gerne mit wachsender Begeisterung ihr Bier ins Gesicht schütten möchte um ihnen dann im Augenblick des kurzen Erschreckens in die Kronjuwelen zu treten. Und dann kurz auf den Boden schauen und sagen: „Easy“.

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Nur Killerspiele verbieten reicht nicht! http://schreibrephorm.de/nur-killerspiele-verbieten-reicht-nicht/ Sun, 24 Jul 2016 14:06:25 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1994 Irgendjemand, ich möchte gar nicht genau wissen wer, hat den Begriff #Killerspiel mal wieder ins Gespräch gebracht. Ich finde das greift eindeutig zu kurz. Den Fokus nur auf Egoshooter zu legen kann böse nach hinten losgehen. Daher hier eine kurze Erklärung welche Spiele auch eindeutig verboten gehören.

Spielereihen: Anno, Sim-City, Cities: Skylines, Siedler
Nach 9/11 sollten Spiele bei denen man mutwillig mit nur einem Mausklick Gebäude zerstören kann nicht mehr zugänglich sein. Was passiert haben wir in New York gesehen. Des Weiteren, wenn auch nicht ganz so tödlich, wird in diesen Spielen ganz klar eine pro-kapitalistische, neoliberale Haltung gefördert. Kein Wort der Kritik, wenn man einfach nur auf die Bilanz achten muss, oder nur bestimmte Stadtviertel bei Anno weiterentwickelt. Menschen durch einen Mausklick verhungern lassen ist zu tiefst zu verachten und abzulehnen.

Baldurs Gate, Neverwinter Nights und Planescape:Torment
Hat mal jemand versucht einen friedlichen Bauern dort zu spielen? Der einfach nur Kartoffeln anbaut? Das geht gar nicht! Und jeder, wirklich jeder rennt mit einer Waffe rum. Selbst ein einfaches Küchenmesser wird zum Mordwerkzeug. Als zusätzlicher Ansporn verursacht man bei Angriffen von hinten („Backstab“) auch noch zusätzlichen Schaden. Das Merkmal der Heimtücke springt einem hier geradezu ins Gesicht.

World of Warcraft
Bitte. WARcraft. Abzulehnen. Die Bundeswehr erklärt euch auf ihrem Gamescom-Stand warum.

Rocket League, GTA, Saints Row, Need for Speed, Hello Kitty Racing, Mario Kart
Nur ein Wort: STRASSENVERKEHRSORDNUNG! Wie sollen junge Menschen lernen sich im Straßenverkehr adäquat zu verhalten, wenn sie dauernd dazu angehalten werden zu schnell zu fahren, ihre Autos immer weiter zu tunen und aus dem Auto auf Leute zu schießen. Mal ganz abgesehen davon, dass nicht ein Auto durch den TÜV kommen würde.

Wer glaubt es sei damit getan nur Computerspiele zu verbieten, der irrt gewaltig. Konsequenterweise müssen also einige Klassiker dran glauben.

Schach
Ach ja, da weiß man gar nicht wo man anfangen soll, Diskriminierung der in der Landwirtschaft tätigen als „Bauern“. Spiele mit zwei Türmen sind seit 9/11 ebenfalls kritisch zu betrachten. Unbestätigten Gerüchten zufolge gibt es in linken Kreisen bereits Anti-Imperialisten-Schach, bei dem das Ziel nur noch ist beide Türme des Gegners zu schlagen. Überhaupt. „Schlagen“ ist eine unerträgliche Verniedlichung von Gewalt. Unter Genderaspekten ist es auch bedenklich, dass immer der Verlust des Königs, nicht etwa der Königin, das Spiel beendet.

Skat
Ein einfaches Kartenspiel? Mitnichten! Habt ihr mal über den Begriff „Stechen“ nachgedacht? In den meisten Runden „sticht“ der Bube alles. Denn er ist „Trumpf“. „Bube sticht Dame“. Verdammte „Rape Culture“. Weg damit!

Reflektiert euer Spielverhalten.
Deinstalliert Shooter.
Werft euer Sachachbrett weg und nutzt eure Spielkarten angemessen.

Und dann: Viel Spaß.
Falls ihr Antisemiten seid, lehnt ihr Halma wegen des Spielbretts natürlich ab.
Versucht Solitaire.

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Sie sind wieder da http://schreibrephorm.de/sie-sind-wieder-da/ http://schreibrephorm.de/sie-sind-wieder-da/#comments Fri, 15 Jul 2016 09:24:55 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1991 Nach den Ereignissen in Nizza sehe ich sie. Die, die ich den letzten Wochen auf Twitter geblockt habe. Weil ich ihr Geplärre nach Deutsch sein, nach einem christlichen und reinrassigen Vaterland und ihre Vorstellungen einer guten, alten Zeit einfach nicht mehr ertragen habe. Aber vielleicht hatten sie ja Recht. Vielleicht muss in diesem Land mal wieder einer so richtig aufräumen und den Leuten zeigen wo es langgeht. Mit eiserner Hand durchgreifen.

Mit den Moscheen fangen wir an. Denn Gotteshäuser anderer Religionen verbrennen, das können wir. Nachweislich. Und dann schauen wir wer hier alles Deutsch ist. Und zwar richtig Deutsch. Und der Rest, der muss raus.

Als erstes fangen wir mal bei den Türken an. Gastarbeiter haben sie gesagt, GASTarbeiter. Gäste gehen auch mal wieder. Es hatte niemand was gesagt von 60 Jahre bleiben. Die sind inzwischen so alt, die haben uns früher die Arbeitsplätze weggenommen, jetzt nehmen die uns die Heimplätze weg. Wir verlieren damit auch Kool Savas, Nazan Eckes, Fahri Yardim, Serdar Somuncu, Cem Özdemir, Kaya Yanar, Django Asyl und gefühlt 2500 Dönerläden im Ruhrgebiet und in Berlin. Aber macht nichts, packen wir halt Sauerkraut und Eisbein in Schwarzbrottaschen.

Weiter geht’s mit den Polen. Alles raus, dessen Name auf –ki oder –ski endet. Ein Glück, dass Schimanski schon tot ist. Endlich klaut keiner mehr unsere Fahrräder und schmuggelt illegale Spargelstecher über die Grenze. Außerdem müssen wir uns nicht dauernd von Ausländern wie Ranicki, Grass und Siegfried Lenz sagen lassen wie Deutsche Literatur auszusehen hat. Wir verlieren Hanna Schygulla, Thomas Gottschalk (Blond, aber nicht Deutsch!), Angelique Kerber und Robert Lewandowski.

Braucht jemand Pizza? Nun, dann nennen wir es doch einfach „Überbackener Hefeteigkreis“ und schmeißen die ganzen Spaghettifresser wieder raus. Wir brauchen die ohnehin nur zum Essen gehen und um Ihnen bei großen Fußballturnieren „Scheiß Italiener“ entgegen zu brüllen. Aber dieses Jahr, dieses Jahr haben wir sie besiegt! Wenn wir die alle rauswerfen, das macht in Deutschland Platz. Stuttgart, Köln und Frankfurt sind zusammen ca. 400.000 von denen. Ihr wollt gar nicht wissen, wie es im Süden aussieht. Da sind die ja näher an der Grenze und weil die –Scheiße noch eins – immer noch offen ist, bringen die da natürlich die geklauten Autos in Sicherheit. Wenn die Polen nicht schneller waren.

Mit diesem Reinigungsprozess machen wir weiter. Deutschland muss Deutsch bleiben. In den Grenzen von 1942. Nach ordentlichen Abstammungsregeln. Jeder Migrant, oder Migrantensohn, oder Migrantenenkeltochter. Alle. Alle raus. WIR WOLLEN DEUTSCH SEIN! Und Moslems schon gar nicht. Deutsch und Moslem geht sowieso nicht. Man ist hier christlich. Über das mit der Nächstenliebe reden wir ein anderes Mal.

Und dann ist es geschafft. Germania. Nur noch Deutsche.

Alle beide.

Hubert Müller aus Stade bei Hannover und der deutsche Schäferhund eines AFD-Mitglieds mit polnischen Wurzeln aus Castrop-Rauxel.

Und dann ist fast alles so wie damals.

Damals.

1945.

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„Das sind doch keine Fans“ – Doch! http://schreibrephorm.de/das-sind-doch-keine-fans-doch/ http://schreibrephorm.de/das-sind-doch-keine-fans-doch/#comments Wed, 15 Jun 2016 12:28:57 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1979 UnbenanntNicht erst seit den Ausschreitungen zwischen Engländern und Russen geistert es immer mal wieder durch die Medien. „Das sind doch keine Fußballfans“ oder gerne auch „sogenannte Fans“, in Bezug auf Ultras und/oder Hooligans.

Ich halte das bei Ultras für seltsam, wenn auf irgendwen der  Begriff Fan zutrifft, auch im Wortsinn, dann ist das bei den Ultras. Es kommt ja von fanatisch, respektive fanatic. Vielleicht  ist hier eher gemeint, dass man eine andere Vorstellung vom Fan sein hat als die Ultras. Ein brauchbares und gängiges Äquivalent für Supporter gibt es leider im deutschen nicht.

Am 13.6. erschien dann ein Beitrag beim BR der unter anderem Zitate und Aussagen aufgreift. Ich war sehr überrascht.

Sprachlos wäre noch das geringste, das macht mich einfach wütend, dass deutsche Fußballfans sich so benehmen und mit solchen Insignien posieren. (Verena Meiwald, Die LINKE, Landtag Sachsen)

Mich macht das auch sprachlos wie jemand so konsequent die Entwicklung im Ost-Fußball falsch einschätzen kann, zumal „Faust des Osten“ und der Dresdner K-Block in einem weiteren Zitat Erwähnung finden.

Seit den 90er Jahren erlebt jeder, aber wirklich jeder der regelmäßig Fußball in Stadien schaut, dass der Anteil an (Nazi)hools im Osten wesentlich höher ist als sonst wo in der Republik. Und wer es nicht vor Ort erlebt, es reicht für gewöhnlich einmal genauer hinzuschauen wenn Dresden, Lok Leipzig, Rostock, Zwickau oder BFC Dynamo zu Gast sind.

Es war selbst bei der WM 2006 ersichtlich, dass in Schland nicht schöne, heile Welt ist. Ich kann nicht verstehen, wie man das übersehen kann. Ich möchte hier nicht unbedingt auf Videos von Faschos verlinken, aber wenn man die Youtube-Suche nutzt und die Stadtnamen kombiniert mit „Hooligans“ oder „Riots“ wird man recht schnell fündig.

Dass dann auch noch die ZIS angeführt wird macht mich wirklich traurig. Denn die ZIS ist als seriöse Quelle für nichts zu gebrauchen. Auf einschlägigen Seiten aus Politik und Sport finden sich auch hier recht schnell die Schwachstellen dieser Statistik. Und die Gefährderansprachen der Polizei. Nun ja. Das ist ungefähr so sinnvoll wie eine Live-Performance von „Ein bisschen Frieden“ bei einer HOGESA-Demo.

Das eigentliche Problem, auch in dem Artikel ist aber meiner Meinung nach der abschließende Satz:

Ihr seid keine Fußballfans, ihr seid [einfach nur] deutsche Hooligans.

Was wird da medial versucht? Eine Abgrenzung. Wie schon zuvor bei den Ultras. „Pyros haben im Stadion aber nichts zu suchen“. Oder das gerne gehört Rethy’sche „Solche Bilder wollen wir nicht sehen“. Wohlgemerkt von den öffentlich-rechtlichen, die jetzt mit 20 Kameras vor Ort sind und sich darüber beschweren, dass die UEFA nicht alle Bilder sendet. Doch, ihr wollt diese Bilder. Ihr wollt sie senden. Ihr wollt das nur nicht im Stadion sehen. Ihr wollt euer Event vermarkten. Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar und moralisch verständlich. Es ist halt nur total unglaubwürdig zu versuchen sich von Gewalt(darstellungen) zu distanzieren und dann einen Boxkampf live zu übertragen. Pure Freude an der Empörung?

Und genau diese Abgrenzungsversuche kommen nun auch von anderen Zuschauern. Die Hooligans seien keine Fans. Doch. Und zwar deswegen weil jeder für sich selber sagen kann ob er sich als Fan versteht oder nicht. Das sagt niemand von außen. Es gibt keine allgemeingültigen und akzeptierten Kriterien, wie „Hat zwei Schals, ein Trikot und geht über 1 Promille nicht ins Stadion“. (Auch wenn es zum Begriff an sich interessantes Material gibt) Jeder entscheidet das selber. Man muss weder Schlägereien im Umfeld eines Fußballfelds gut finden, noch muss man die abgesprochenen Kämpfe außerhalb gut heißen. Selbiges gilt für den menschenverachtenden Rassismus der bei HOGESA-Veranstaltungen zum Vorschein kommt. Man kann aber Leuten ihre eigene Identifikation nicht absprechen.

Warum passiert das eigentlich? Ich habe den Eindruck, wie vorher erwähnt, dass man sich hier von einer Gruppe abgrenzen will. Ich komme aus Bochum,  ich will die Nazis auch nicht in der Kurve sehen. Aber sie waren da. Mit einem „die sind keine Fans“ kriegt man die aber nicht aus der Kurve. Weil man sie einfach ausgrenzt, wegschiebt und sich dann nicht mehr mit Ihnen befassen muss. Die gehören ja nicht dazu und die „echten Fans“ sind alle toll?

Damit stehen die immer noch in der Kurve, sind immer noch Nazis, treten immer noch Polizisten in Berufsunfähigkeit. Und einige zünden immer noch Asylbewerberheime an. Also die ganze Ausgrenzung nur um das Bild der schönen, heilen Fußballwelt aufrecht zu erhalten?

Die Hooligans zeigen, auf eine grausam andere Art und Weise als die Ultras, woher der Fußball kommt, was er war und was man sich nicht nehmen lassen will. Alles das kann man kritisieren. Aber wenn man alle ins Boot kriegen will und gemeinsam das Problem angehen will, dann ist ein „Das sind keine Fans“ genau der falsche Weg, weil damit jeder, der sich als Fan sieht und nicht zu den Hooligans gehört, aus der Verantwortung entlassen wird etwas zu tun.

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Und ihr wundert euch über schlechte Wahlbeteiligung? http://schreibrephorm.de/und-ihr-wundert-euch-ueber-schlechte-wahlbeteiligung/ http://schreibrephorm.de/und-ihr-wundert-euch-ueber-schlechte-wahlbeteiligung/#comments Thu, 10 Mar 2016 13:13:53 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1949 Die Kommunalwahl in Hessen ist noch keine Woche her, die Faschos von AFD und NPD haben ekelhaft hohe Werte bekommen, die Wahlbeteiligung war eine Katastrophe. Einige vertreten die Meinung, dass eine höhere Wahlbeteiligung die Parteien an den sogenannten „Rändern“ klein halten würde. Wenn ich in ein Geschichtsbuch schaue, dann bin ich mir da nicht so sicher. Wie dem auch sei, heute hat mir Twitter relativ deutlich gezeigt, an was das liegen könnte.

Den Anfang macht Julia Klöckner.

001

Ich bin mir nicht sicher, aber diese Form von Links/Rechts-Schwäche ist selbst für etablierte Politiker kritisch. Abgesehen von vielen anderen Dingen, das „Linke Lager“ immer noch als Problem? Oder wird hier versucht, dem AFD (Protest?)-Wähler zu erklären, dass er das Gegenteil von dem bekommt was er will? Ich glaube nicht, denn zwei mal um die Ecke denken klappt weder bei Twitter, noch bei der AFD. Die denken und argumentieren sehr gradlinig, wenn auch nicht immer richtig. Und sehen Dinge auch nur gradlinig auf sich zukommen. (Torten zum Beispiel)

002

Ich hätte das eigentlich bei einem einzigen Kommentar belassen. Aber die NRW-SPD musste ja das Fass aufmachen. Die NRW-SPD, die noch versucht hat glaubhaft darzustellen, dass wir gemeinsam gegen diesen ganzen rechten Mist aufstehen müssen. Aber das schließt offensichtlich stumpfsinniges Wahlkampftaktieren nicht aus.

Auf rein politischer Ebene und bezogen auf demokratische Parteien ist nur die CSU von meiner  persönlichen Meinung noch weiter weg als die CDU. Dennoch ist sogar mir jede Stimme bei der CDU  lieber als bei der AFD. Und jeder, der irgendwie ein Geschichtsbuch gelesen hat, ein AFD-Programm gelesen hat, oder der über ein Mindestmaß an Menschlichkeit und Hirn verfügt sieht das wahrscheinlich ähnlich. Außer bei Erika Steinbach, aber die zählt ja wegen akuter Intelligenzvertreibung ohnehin nicht.

003

Und weil ich dieses Tamtam der etablierten Parteien ganz grauenhaft und unerträglich finde, habe ich dem kleinen Troll und Polemiker in mir ein bisschen Spielraum gelassen und auf exakt demselben Niveau geantwortet (Hab ich im Landtag gelernt, aber hier gibt es keine Rügen *ätsch*).
Und dann tun sie exakt das was ich erwartet habe. Sie schwurbeln.

Kleiner Tipp: An dieser Stelle wäre der richtige Anfang gewesen „Nein, natürlich nicht. Aber wir kritisieren die Art und Weise wie hier Stimmenfang versucht wird“. Da passt in einen Tweet und es wäre noch Platz gewesen für #GemeinsamGegenFaschisten als Hashtag. Zack, man hätte der CDU einen mitgegeben und stünde gut da. Vertan auch diese Chance sich zu positionieren.

Also musste ich leider darauf hinweisen, dass die Frage nicht beantwortet wurde. (Was mir tatsächlich ein Like von Armin Laschet beschert hat. Ich betrachte Twitter damit als durchgespielt.)

Aber die SPD wäre keine etablierte Partei, wenn sie es dabei belassen würde. Ich hab Ihnen dann noch mal eine Chance gegeben. Genau diese Art von Diskussion findet ja im Plenum im NRW-Landtag statt. Man kloppt sich in 5-Minuten langen Redeslots die Meinung um die Ohren, giftet sich an und geht dann ein Bier trinken.

Ich finde das, auch nach vier Jahren im Landtag, immer noch seltsam und irgendwie unehrlich. Weil nicht eine Debatte irgendwas am erwarteten Abstimmungsergebnis geändert hat. Das ist auch keine „politische Auseinandersetzung“, das ist eine Show um zu sehen wer am besten in der Presse dasteht. Nichts weiter.

In Ausschüssen wird auch eher weniger diskutiert, da überlegt man vorher wie man die richtigen Fragen stellt um Leute auf dem falschen Fuß zu erwischen. Faktisch ist da keine von den etablierten Parteien an einer sachlichen Debatte interessiert. An gemeinsamen Ergebnissen erst recht nicht. Zur Not lehnt man den Antrag der Opposition ab, kopiert ihn, ändert drei Halbsätze und stellt ihn neu. Natürlich mit Pressemitteilung. Es geht um Machterhalt, um nichts sonst.

004

Dass mir dann am Ende die SPD ein seltsames Verständnis unterstellt finde ich besonders amüsant. Seltsam? Weil ich dieses ganze lächerliche Schauspiel seit 4 Jahren anschaue und feststelle, dass die Aufgabe der Opposition die Kontrolle der Regierung ist. Kontrolle bedeutet, man versucht der Öffentlichkeit klar zu machen an welcher Stelle die Regierung gerade Scheiße baut.

Regierung bedeutet, dass man die Ideen, für die man angetreten ist, umsetzt. Außer man ist bei den Grünen, die stimmen in NRW dauernd gegen das was die Bundespartei fordert und erklären dann hinterher „parlamentarische Zwänge“.

Für die Uneingeweihten bedeutet das, dass sie wegen der Koalition mit der SPD einfach ab und an gewzungen sind gegen die eigene Überzeugung zu stimmen, weil sie ja demnächst (2017) auch wieder mit der SPD weiterregieren möchten.

Das viele Dinge in diesem Plenum keine Mehrheit hätten, geschenkt. Abgestimmt wird im Block. Und jeder Abweichler der Etablierten ist zwar formal „nur dem eigenen Gewissen“ verpflichtet. Aber man kann sich sicher sein, dass auf den hinteren, aussichtslosen Listenplätzen immer ein Platz für Querköpfe ist. Und wenn man Politik machen möchte bei den Etablierten, dann kommt man mit einem Dickschädel nicht weiter. Angepasst und stromlinienförmig durch die Legislatur. Dafür kann man schließlich die eigene Ideologie in einigen Ministerien durchdrücken und dieses Mal muss die SPD zuschauen wenn Dinge schief laufen. Denn das Letzte was man will ist Krach in der Koalition. Das kann man sich nun wirklich nicht erlauben.

Und bei sachlicher Kritik setzt man einfach eine Evaluation an, die nach der nächsten Wahl beendet ist. Oder man nennt Inklusion einen laufenden Prozess. Oder der Antrag ist zu kurz, zu lang, geht zu weit, nicht weit genug. Kann man sich aussuchen. Man kann im Plenum des Landtags ein Bullshitbingo auf ein A2 Plakat drucken. In Schriftgröße 12. Und kriegt es trotzdem voll. Am ersten Plenartag.

Um wieder zum Anfang zu kommen. Wo führt das hin? Ich habe das Privileg wählen zu dürfen. Und dann frage ich mich „Wozu?“. Ich sehe genau, dass alle etablierten Parteien so funktionieren. Topdown-Strukturen, eingefahrene Systeme und nach außen wird was anderes kommuniziert als nach innen praktiziert wird. Das wird mich nicht vom Wählen abhalten, aber es gibt unter Umständen Menschen die sich nicht abgeholt fühlen, die nicht schauen was eigentlich dort in Düsseldorf hinter den Kulissen passiert.

Die haben irgendwann keine Lust mehr auf sinnfreies Geschwurbel. Was soll einem auch einfallen, wenn auf einmal Sigmar Gabriel Solidarität einfordert? So ein Witz. Die HartzIV-Verursacher fordern Solidarität ein. Kann man machen, ist aber schon reichlich lächerlich. Politiker geben meistens keine Antworten. Stellt einem Politiker eine einfache Frage, 90% antworten nicht. Die labern. Ich weiß auch, dass man Fragen nicht immer mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann. Weil es oft mehr als Schwarz und Weiß gibt. Aber auf die Idee das mal zu erklären, darauf kommt niemand.

Es gibt einen hübschen Text von Reinhard Mey, aus dem Lied „Sei wachsam“

Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.
All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!

Diese Attitüde würden die meisten Politiker natürlich „vehement“ und „in aller Entschiedenheit“ von sich weisen. Verständlich, ich würde auch nicht gerne als egozentrische, steuerfinanzierte Parteimarionette enden wollen. Tut schon weh, wenn man eben auf sein Gewissen scheißt, weil man an der Macht bleiben will. Aber leider gibt es populistische Parteien wie die AFD, FN oder UKIP. Die geben Antworten. Die sind einfach. Und wenn sie nur sagen „Das Boot ist voll, Deutsche zuerst“. Damit haben sie die Menschen, die entweder keine Lust mehr haben nachzudenken, oder die das Geschwaller leid sind, in der Tasche. Das Rassismus stinkt wissen die meisten. Aber die Einstellung „Ich bin kein Nazi, ich finde nur Ausländer Scheiße“ ist in Deutschland auf dem Weg salonfähig zu werden.

Ermüdet von den Beteuerungen gemeinsam gegen Rechts stehen zu wollen und dann doch wieder in Schema F zu verfallen wenden sich nicht wenig Leute von der Politik ab. Und die Aussage „Ist doch eh alles dasselbe“ ist nicht in allen Ausprägungen falsch. Konnte man an der SPD sehen: Hartz IV, Vorratsdatenspeicherung, Asylgesetz. Auf die Idee zu sagen „Wir stimmen einfach nach Meinung ab“ kommt keiner. Immer hübsch als Fraktion. Man müsste sonst auch nachzählen, dann würde auffallen wer alles nicht da ist.

Wenn immer mehr Leute keine Lust mehr auf Politiker haben, keine Lust mehr haben wählen zu gehen und die einfachen Lösungen der Populisten auf fruchtbaren Boden fallen, dann sind solche Diskussion wie hier reinkopiert vielleicht ein Grund warum die Wahlbeteiligung so niedrig ist und der Anteil der populistischen Parteien so hoch. „Gemeinsam als Demokraten gegen Rechtsextremisten“ klappt so nicht. Und ausnahmsweise liegt es nicht daran, dass irgendwer aus CDU oder FDP dazwischenruft  „und gegen Linksextremisten“.

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Spielt nicht mit Ausländern? http://schreibrephorm.de/spielt-nicht-mit-auslaendern/ http://schreibrephorm.de/spielt-nicht-mit-auslaendern/#comments Mon, 31 Aug 2015 22:01:47 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1928
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Im Moment passieren in Deutschland (mal wieder) Dinge, die meine Toleranz schwer strapazieren. Aber anstatt jetzt den ganzen „Das Boot ist voll“-Blitzbirnen zu sagen, dass ich sie einfach unausstehlich und all das finde, möchte ich mal zeigen warum eine Sozialisation im Netz rechtes Gedankengut vom Grundsatz her unverständlich macht. Ich gehe also humorvoll an die Sache heran. Und auch politisch. Wer das Thema für zu Ernst hält um darüber zu lachen, ich mache sogar Witze auf Beerdigungen. Wenn ihr das nicht wollt, dann habt ihr jetzt die Möglichkeit diesen Beitrag zu schließen.

Ich versuche das ganze zu erklären am Beispiel eines Raids. Der Begriff findet in Online-Rollenspielen Verwendung (Star Wars oder World of Warcraft um nur zwei Beispiele zu nennen). Eine größere Gruppe, meist 10 oder 25 Personen, treffen sich um gemeinsam zu spielen. Oft auch aus verschiedenen Nationen. Es gibt verschiedene Server, auf denen die Spieler sich treffen. Oft sind die nach Sprachen aufgeteilt, aber manche Spiele haben ein sogenanntes Megaserversystem. Da tummeln sich dann alle. Und wenn man das ganze nun politisch betrachtet, dann sähe das so aus:

NPD: Wir wollen einen rein Deutschen Schlachtzug, wir sind hier nicht das Sozialamt der Welt. Die Ausländer nehmen uns die Plätze weg. Und den Begriff „Raid“ lehnen wir ab, „Schlachtzug“ oder „Feldzug“ sind gute Deutsche Begriffe die seit Jahren ihren Zweck erfüllen. Auch in der Welt des Kriegshandwerks.

CSU: Servus, die erste Frage die wir uns stellen müssen, wie viele Ausländer verträgt eine Raidgruppe? Sind in den anderen Gruppen genauso viele Ausländer wie bei uns? Kommen die von sicheren Drittservern? Haben wir genug Raidleiter um die alle unterzubringen?

FDP: Bevor wir beschließen wen wir aufnehmen, was ist mit den Leuten die nicht so gut spielen können? Lohnt sich die Aufnahme rein rechnerisch? Sonst bleiben wir lieber doch bei Deutschen, die kosten uns ja genug Zeit und Geld. Raiden muss sich wieder lohnen!

SPD: Wenn die CDU nichts dagegen hätte, dann würden wir da was regeln, aber leider mögen wir unsere Raidleiterposten und wenn wir die CDU verärgern, dann rücken wir ins zweite Glied und das wollen wir nicht. Also eigentlich sind wir dafür, weil die CDU aber dagegen ist mehr aufzunehmen enthalten wir uns. Wählt uns bitte trotzdem demnächst zur Raidleitung.

CDU: Es ist ganz ganz furchtbar was hier passiert, wir sehen hier einen eindeutigen Handlungsbedarf, das kann so nicht weitergehen, auf gar keinen Fall dürfen wir so was tolerieren. Niemand darf hier ausgeschlossen und bedroht werden. Und weil hier dauernd Ausländer vom Teamspeak gekickt werden, lassen wir sie besser gar nicht mehr rein und ändern die Regeln, dann sind die Rassisten auch wieder leise.

GRÜNE: Wir nehmen sie auf, außer wenn wir Raidleitung sind, dann halten wir uns natürlich an die SPD und stellen aus raidtechnischen Zwängen unsere Meinung zurück. Und wo wir gerade dabei sind, hoffentlich raucht ihr nicht im Rechner. Und übertaktet eure Rechner nicht, der Stromverbrauch belastet das Klima. Und habt ihr eine geschlechtergerechte Aufteilung der Plätze? Es sollten genauso viele Frauen wie Männer in der Gruppe sein.

AFD: Wieviel kostet ein Platz bei euch in D-Mark?

LINKE: Wir brauchen eine starke Raidleitung, Solidarität mit den Schwachen. Erst mal müsst ihr aufhören Leute auszutauschen nur weil ihr sie gerade nicht braucht. Solidarität mit den Ausgeschlossenen. Und wir erwarten eine klare Positionierung bei der Lootverteilung, jeder soll was bekommen, das muss drin sein.

PIRATEN: Wir haben das auf 27 Mailinglisten beredet, hatten zwei Shitstorms dazu auf Twitter, dem Bundesvorstand liegt ein Antrag vor, den meisten von uns ist egal wen ihr mitnehmt. Die Landtagsfraktion in NRW war noch nicht beschlussfähig seit gefragt wurde, der Landesverband Berlin sagte man sei für Frieden, die Fraktion Berlin unterstützt keine männlichen, weißen, heterosexuellen Cis-Männer als Raidleitung.

Aber zum Glück geht es hier zwar um Politik, aber nicht wirklich um Parteien. #GamersForRefugees ist nicht mehr und nicht weniger als ein Haufen Gamer, die von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze die Schnauze voll haben. Schaut rein, informiert euch, verbreitet die Seite.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

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Kauft nicht bei Lidl! Oder so. http://schreibrephorm.de/kauft-nicht-bei-lidl-oder-so/ Thu, 27 Aug 2015 14:58:25 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1926 Nach längerer Pause sperre ich hier mal wieder auf.

Da schreibt eine Rassistin (aus irgendwo) rassistischen Mist auf Facebook und Twitter. Große Empörung. Kann man verstehen. Im Moment sind alle etwas empfindlicher als sie es seit Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda und Solingen ohnehin sein sollten. In ihrem Facebook-Profil steht wo sie arbeitet. Kündigungsforderung. Kann ich auch noch unter Empörung abhaken. Lidl distanziert sich und sagt sie kontrollieren nicht was ihre Mitarbeiter in ihrer Freizeit tun. Mehr Empörung. Boykottaufruf für Lidl.

Da komm ich ans Überlegen. Will ich, dass Leute sowas sagen? Nein. Will ich, dass sowas Konsequenzen hat? Ja. Ist ein Boykott der richtige Weg? Ja, aber wenn dann richtig:

Lidl hat in 26 Ländern knapp 9.900 Filialen . Eine Liste welche Länder betroffen sind sieht man in diesem wundervollen Online-Lexikon

Das sind 170.000 Mitarbeiter, 70.000 in Deutschland. Und weil wir eben europäisch und nicht nur deutsch denken wollen, kontrollieren wir die bitte alle. Nach Wahlergebnis zu urteilen vermute ich 7-8% Rechte in Deutschland, ca. 27,1% in UK und ungefähr 25% in Frankreich. Zuzüglich etwaiger echter Flamen und dänischer Dänen. Die Schweden sollten gut weg kommen, aber ist auch besser, wo holen wir sonst unsere Bücherregale und Hot Dogs, wenn wir uns es mit denen auch noch verscherzen?

Lidl gehört allerdings zur Schwarz-Gruppe. Denen gehört auch noch Kaufland. Kaufland hat (Stand 2009) ca 73.000 Mitarbeiter. Des weiteren gibt es noch den TIP-Werbeverlag, aber da haben ja 55.000 Leute ihre Anstellung verloren.

Außerdem gibt es da noch 7 Logistikzentren mit 2700 Mitarbeitern. Wenn wir fertig damit sind, die alle zu überprüfen um zu sehen ob wir Kaufland, Ex-Schlecker und Lidl boykottieren, wenden wir uns weiter der Schwarz-Gruppe zu. Zu denen gehört laut Homepage noch Wackler, Garant, Hänsel, Elektro-Plus, ETG, Fetzer, MRG, R&S Vertriebs-Kontor und PET Recycling. Wackler hat übrigens seinen Sitz in Dresden (Ahaaaa!).

So, und während ihr nun die Mitarbeiter der einzelnen Firmen und bitte auch deren Zulieferer und Zeitarbeitsfirmen kontrolliert und bis spätestens Montag eine Liste erstellt was ich alles boykottieren muss, weil ich Nazis eben auch Scheiße finde, gehe ich mir bei Starbucks einen Kaffee kaufen und sende vielleicht vom meinem 400-Euro-Tablet einen „Kapitalismus ist Scheiße“-Tweet ab.

Um mich dann darüber zu beschweren, dass ich in der Innenstadt immer noch kein freies W-LAN habe. Und T-Shirts kauf ich bei Kaufland nie wieder. Da gehe ich lieber zu Primark, da werden hoffentlich nur Demokraten ausgebeutet und keine Nazis. Oder ich bestell direkt bei Amazon. Dann muss ich das Elend da draußen nicht mehr sehen.

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Was erlauben sich Strunz? http://schreibrephorm.de/strunz/ http://schreibrephorm.de/strunz/#comments Fri, 01 Aug 2014 16:00:04 +0000 http://schreibrephorm.de/?p=1867 Hallo zusammen,

 

ich habe soeben eine Pledge eröffnet. Diese Pledge soll die kommenden Gerichtskosten von Nadja etwas einfangen, damit sie die Kosten der Klage gegen ihre Abmahnungen, die die Piratenfraktion NRW ausgesprochen hat, nicht alleine bezahlen muss. Es ist so geregelt, dass bei solchen Klagen Kosten immer auf beide Streitparteien zukommen.

Was ist also passiert?

 

Nadja hat am 23.6. einen Tweet geschickt und der wurde falsch verstanden. Wenn jeder missverstandener Spruch jedes mal zu so einem Aufwand führen würde, dann hätte ich schon die halbe Fraktion verklagt. Von dem was einzelne Abgeordnete der Piraten den anderen Parteien um die Ohren hauen mal ganz zu schweigen.

 

Aber erzählen kann ich viel, ich komme zu den Quellen. Da es ein öffentliches Gerichtsverfahren ist, mache ich die Informationen dann hier auch mal öffentlich. Transparenz und so.

 

(…) am Mittwoch, dem 23.06.2014, haben Sie einen persönlichen Gegenstand auf dem Arbeitsplatz Ihrer Kollegin Frau XXX XXX fotografiert, diese Fotografie über Twitter verbreitet und dort mit den Worten kommentiert:

 

„Die Kollegin hat das auf ihrem Schreibtisch!!! Ich bin ja nicht neidisch … Nöööööö! Diese Hure!“

 

Die Bezeichnung „diese Hure“ stellt eine schwere Beleidigung und einen Verstoß gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten dar. Des weiteren beschädigt Ihre obszöne Äußerung über Twitter das Ansehen der Fraktion und stellt insoweit einen Verstoß gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten dar. (…) Sie sind dazu verpflichtet, sich gegenüber Ihrer Arbeitskollegin höflich zu verhalten und das Ansehen der Fraktion als Gliederung des Parlaments nicht zu beschädigen. (…) Wir erwarten von ihnen, dass Sie künftig derartige beleidigende und obszöne Äußerungen unterlassen.

 

pony

Wenn das nicht so traurig wäre, wäre es zum lachen. Ernsthaft? Ein fotografiertes Pony und ein flapsiger Spruch beschädigen das Ansehen der Fraktion? Die Fraktion in der Abgeordnete oder Mitarbeiter auch mal auf ne Mail mit „Arsch“ antworten, oder solche Tweets geschickt werden:

 

– „Wer sich über @kahrs und pornografische Inhalte aufregt, fickt auch im Dunkeln“

 

– „Entschuldigt bitte, dass mir nichtgegenderte Protokolle grad etwas amArsch entlang gehen“

 

– „Ich kotz im Strahl“

 

– „Zieh dich aus und mal dir #Prism auf den Arsch, dann wird berichtet“

 

– „ICH MUSS KOTZEN!“

 

– „Und nun zu den wirklich wichtigen Dingen: Nackt im Garten liegen, postkoital. #Ätsch #Frühling“

 

– „fuckoff Fraktionszwang“

 

– „Penis. Möpse. Arsch. Poperze und Möse“

 

Und ich hab noch kein Wort von der internen Mailingliste gesagt. Aber es geht weiter. Obwohl Nadja den Tweet gelöscht hatte und sich entschuldigt hatte, fand ca. zwei Wochen später ein Personalgespräch statt. Ohne formelle Einladung, ohne Betriebsrat, ohne irgendeine Ankündigung. Nadja war etwas sauer und hat das Gespräch verlassen. Zwei Tage später folgte dann die nächste Abmahnung:

 

(…) am Montag, dem 07.07.2014,haben Sie ohne Aufforderung oder sonstigen Anlass nach wenigen Minuten ein mit Ihnen um ca. 14:30 geführtes Personalgespräch verlassen und im Anschluss daran über Twitter folgende Äußerung verbreitet:

 

-„Unfassbar, man reißt sich den Arsch auf und bekommt zum Dank nen Arschtritt“

 

– „Die einen bekommen Blumen, die anderen ne Entlassung. Jedem wird anders gedankt.

 

Sie sind arbeitsvertraglich verpflichtet, der Aufforderung zu einem Personalgespräch nachzukommen und an einem solchen Gespräch teilzunehmen sowie unwahre Tatsachenbehauptungen über Ihren Arbeitgeber, die geeignet sind, dessen Ansehen zu beschädigen, zu unterlassen. Ihr Verhalten und Ihre Äußerungen stellen daher Verstöße gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten dar.

 

Wir mahnen Sie wegen dieser vertragwidrigen Verhaltensweisen ab.

 

Wir erwarten von Ihnen, dass Sie künftig an Personalgesprächen teilnehmen und unwahre Tatsachenbehauptungen über Ihren Arbeitgeber unterlassen. Sollten sie diesen Erwartungen nicht entsprechen, müssen sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zu einer Kündigung rechnen.

 

Klar, man wird in einen Raum gebeten, vor drei Leute gesetzt und soll sich äußern. Und wenn man sich dann aufregt, dann ist auf jeden Fall dafür gesorgt, dass die folgenden Tweets genau beobachtet und gegen jemanden verwendet werden. Über die Worte „Personalführung“ und „Empathie“ denke ich dann noch mal gesondert nach.

 

Es gab darauffolgend ein weiteres Gespräch, dieses Mal ordentlich angekündigt und im Beisein des Betriebsrats.  Der Betriebsrat hat zumindest teilweise für einen Sinneswandel gesorgt, es folgte eine Korrektur der zweiten Abmahnung:

 

(…) wir nehmen die Abmahnung vom 09.07.2014 soweit sich diese auf die Verweigerung der Teilnahme am Personalgespräch vom 07.07.2014 bezieht, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht zurück.

 

Soweit sich die Abmahnung auf Ihre bei Twitter am 23.06.2014 und 07.072014 gemachten Äußerungen bezieht, wird sie aufrechterhalten.

 

Es geht also alles in allem um genau drei Tweets. Für den ersten wurde sich entschuldig und dieser gelöscht. Die beiden anderen enthalten weder Namen noch genauen Bezug. Unterstelle ich an dieser Stelle einen Bezug, selbst dann sind die noch harmlos. Wie einzelne Abgeordnete mit Mitarbeitern, insbesondere Nadja, umgesprungen sind, ist unter aller Sau. Die Mitarbeiter haben einen gewissen Idealismus (nach wie vor). Wenn das nicht so wäre, dann würden einige von uns nicht bis um 21:00 abends arbeiten oder bis 00:00 Protokolle schreiben. Das man sich dann aufregt wenn man Scheiße behandelt wird ist wohl nachvollziehbar.

 

Nadja hat im Zuge der Abmahnungen Rechtsbeistand gesucht und es wurde versucht die ganze Sache außergerichtlich zu klären. Bis zum 31.7. hätte die Gelegenheit dazu bestanden, aber es sieht so aus als seien einige Abgeordnete der Meinung, dass Steuergelder ausgeben für drei Tweets eine gute Investition ist.

Und nein, es ist immer noch nicht alles. Am 18.7. erreichte die Fraktionsmitarbeiter eine Mail:

 

Im Auftrag der Geschäftsführung übersende ich euch folgende Mitteilung an die Fraktionsangestellten:

 

Aus gegebenem Anlass empfehlen wir umsichtiges Verhalten in sozialen Netzwerken. Beleidigende oder unwahre Äußerungen, die geeignet sind, das Ansehen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder der Fraktion zu beschädigen, stellen Verstöße gegen den Arbeitsvertrag dar und werden von der Fraktion nicht geduldet. In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf die arbeitsvertragliche Verschwiegenheitspflicht hin. Zuwiderhandlungen haben arbeitsrechtliche Konsequenzen.

 

Darüber hinaus möchten wir euch daran erinnern, untereinander wie mit den Mitgliedern der Fraktion und Mitarbeitern der Landtagsverwaltung respektvoll und höflich umzugehen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass über niemanden unwahre oder sogar beleidigende Äußerungen gemacht oder verbreitet werden. Dennoch sehen wir uns veranlasst auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen, im Wissen, dass Fehlverhalten Einzelner den Ausnahmefall darstellt und die meisten von euch sich korrekt verhalten.

 

Zu konkreten Einzelfällen können und wollen wir hier nicht detailliert Stellung nehmen, nicht zuletzt in der Erwartung, dass sie sich nicht mehr wiederholen werden. Im Übrigen könnt Ihr euch auch in Zukunft selbstverständlich jederzeit vertrauensvoll an die Geschäftsführung und auch an den Betriebsrat wenden.

 

Ich habe es schon mehrmals gesagt, ich mag es nicht wenn ich Menschen weinend im Büro stehen habe. Ich finde es einfach nur traurig, dass hier eine Angestellte die phasenweise mehr als 50 Stunden pro Woche gearbeitet hat auch noch bezahlen soll. Es ist imho absurd einen Verhaltenskodex nur für Fraktionsmitarbeiter zu installieren an den sich weder persönliche Mitarbeiter noch Abgeordnete halten müssen. Zumal es den Nebengeschmack von“Exempel statuieren“ hat. Nadja wird gegen diese Abmahnungen klagen.

 

Ich bitte euch, helft und verbreitet die Pledge, damit Nadja die vierstelligen Kosten für die Klage gegen die Abmahnungen nicht alleine tragen muss.

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