Die Pressezensur funktioniert nicht mehr

Hallo Welt!

Roland Koch ist krank. Gut, dass ist er schon lange wenn man ihn sprechen hört, aber nun ist es ernst. Zuletzt gesehen wurde er an den Moorwiesen-Ringgasser Bruch. Diese Moorwiesen sind ein Naturschutzgebiet in der wunderschönen Pfalz.  Was aber den meisten nicht bekannt ist, ist die Tatsache, daas sich unter den Moorwiesen, die genau zwischen Mannheim und Saarlouis liegen ein geheimer Stützpunkt befindet. Hier treffen sich jeden Morgen um 4:00 zwei Leute. In konspirativer Gemeinschaft sitzen zwei Männer an einem Tisch und zensieren die Presse. Oskar L. aus dem Saarland und Roland K., zur Zeit beschäftigt in Mannheim, in heimlicher Eintracht. Jahrelang haben Insider nur spekuliert. Sollte das Saarland sein Image aufbessern? Nicht größer als ein Drittel der Metropolregion Mexico City kann man sicherlich das ganze Bundesland in Schachbrettfelder unterteilen. Aber tatsächlich wurde hier die Presse zensiert. Alle deutschen Zeitungen sind eigentlich demokratisch, schauen objektiv in beide Richtungen und es reicht eine Einzige davon zu lesen. Jedenfalls bis die beiden den Stift geschwungen haben. Oskar den roten, Roland den schwarzen. Was dabei rauskommt ist, dass jedwede burgeoise und noch weiter rechtsgerichtete Artikel aus TAZ, Junge Welt und den Verfassungsschutzberichten gestrichen werden. Von Oskar persönlich. Roland streicht alles was auch nur den Ansatz von Kommunismus, Sozialismus oder ähnlichem enthält aus der FAZ, der SZ und den Verfassungsschutzberichten. Was über bleibt ist der Eindruck, dass Journalisten unter einer Art politischem Neglect leiden und nur rechts oder links schreiben und die Überzeugung das der Verfassungsschutz auf allen Augen blind ist. Nur heute morgen, da ist etwas gewaltig schief gelaufen. Und das kann nur eins bedeuten: Roland Koch ist krank.

In der TAZ findet sich eine Artikel. Es geht um Israel, den Iran und mich beschleicht der Eindruck jemand hat dort einen Anfall von akuter Klugscheisseritis. „Claqueure der Mullahs“ so der Titel des Autors Deniz Yücel. Inhalt für Interessierte: http://taz.de/!89045/

Entscheidend ist der letzte Absatz, den ich hier einfach mal zur Verfügung stelle.

Besser: Man äußert sich weniger einseitig. Noch besser: Man hält die Klappe. Denn wenn es etwas gibt, dem Deutsche keinen Schaden zufügen dürfen, ohne jedwede moralische Integrität zu verwirken, dann ist es dieser Flecken Erde zwischen Totem Meer und Mittelmeer. Es gibt kein Menschenrecht auf Israelkritik. Am wenigstens für Deutsche.

Entschuldigung? Sowas in der TAZ?

Für ‚Konkret‘, die ‚Jüdische Allgemeine‘ , ‚Qantara.de‘ und die österreichische Zeitung ‚Der Standard‘ gleichezitig schreiben grenzt ja schon an eine multiple Persönlichkeit. ‚Konkret‘ ist die Zeitung die vom Verfassungsschutz in Richtung „undogmatischen Linksextremismus“ eingeordnet wird. Die ‚Jüdische Allgemeine‘ ist sowas wie der Wachturm, nur für Juden. ‚Qantara‘ ist die Kuschelecke für Moslems und Christen und ‚Der Standard‘ ist eine linksliberale, österreichische Zeitung.

Linksliberal gibt es in Deutschland nicht wirklich. Linksliberal ist das was dabei rauskommt wenn Michael Moore, Guido Westerwelle, Theodor Heuss und Hildegard Hamm-Brücher einen pädagogischen Sonderkindergarten aufmachen in dem die Kinder von Jürgen Möllemann, Philipp Rösler und Ursula von der Leyen Hausverbot haben. Wie stell ich mir den Schreiberling nun vor?

RAF T-Shirt, Judenstern, Kopftuch und Rot-Weiß-Rote Schärpe mit gelbem FDP Anstecker auf dem 18 steht und in Klammern dahinter ‚Nicht der Adolf‘ ? Fehlt nur noch eine rote Aidsschleife und ein Regenbogenfähnchen auf dem Schreibtisch mit einem Konterfei von Martin Luther King und Che Guevara.

Ich bin mir bei diesem politisch komplett orientierungslosen Kuddelmuddel nicht ganz sicher. Ob ich diesen Absatz in der Kolumne abhefte unter „Satire“, „peinlich“, „Integrationsfehler“, „Zionismusattacke“, „provokant“ oder „dümmer als drei Meter Feldweg“ ? Wahrscheinlich einfach nur das Blatt verwechselt, hauptsache Geld verdient.

Es gibt ein Recht auf Israelkritik. Und Irankritik. Und USA-Kritik. Und Türkei-Kritik. Und Deutschland-Kritik. Das nennt sich Meinungsfreiheit. Das letzte was ich sehen will sind Redeverbote, denn Schweigen nutzt niemandem. Das gilt für die, deren Vorfahren Juden ermordet haben. Genauso wie für die, deren Vorfahren Armenier ermordet haben.

Shalom dann, Brian!