Dekadenz auf Totem Holz

Wahlkampf. Mal wieder. Und wenn ich eine BODO-Verkäuferin sehe, kaufe ich die Zeitung auch ganz gerne. Das ist ein Obachlosenmagazin für Bochum und Dortmund. Kostet 1,80€ und 0,90€ gehen an die Verkäuferin. Ein Straßenmagazin, welches hauptsächlich von Obdachlosen verkauft und auch mitgestaltet wird. Eine prima Idee und es sind interessante, ehrliche und offene Berichte drin. Da solche Projekte scheinbar nicht vernünftig finanziert werden, braucht das Magazin Werbung. Das kann ich auch verstehen. Abgesehen von Wahlwerbung der Grünen und der Linkspartei finde ich wenig interessante Werbung. Bis auf eine Anzeige. Werbung für die Seite www.offene-ateliers-dortmund.de

Dortmund tritt im Bereich der Bildenden Kunst nicht erst seit der Mitgestaltung der Kulturhauptstadt RUHR.2010 ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Neben den be­kannten Institutionen wie dem Kunstverein und den wenigen, aber sehr verschieden­artigen Galerien gibt es ein großes Potenzial an in Dortmund tätigen Künstlern/innen – teilweise schon langjährig in den fünf ansässigen Künstlerverbänden oder seit Ende 2009 im Dortmunder Kunstportal organisiert.

Das steht auf der deren Homepage. Gefördert von 2 Firmen, sowie dem Kulturbüro Dortmund, der Stadt Dortmund und dem Ministerium für Famile, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. An sich eine gute Idee, Kultur und Bildung ist wichtig. Aber in ein Strassenmagazin, welches von Obdachlosen verkauft wird eine Werbeanzeige mit einem QR-Code zu schalten ist die widerlichste Mutation von Dummheit und Dekadenz der Kulturschaffenden die mir je untergekommen ist. Ich bin froh zu schreiben, anstatt zu malen. Sonst käme ich wohlmöglich noch auf ähnlich dumme Ideen.