Blaby meets AVPampa

Aufstellungsversammlung in Meinerzhagen. Ein Aufschrei einiger. Einiger weniger? Subjektive Empfindung. Egal.

Ein Argument war die Verfügbarkeit von Internet. Als das kritisiert wurde, kam als Gegenargument „Wir haben keinen Programmparteitag, die Leute sollen sich auf Personen konzentrieren. Die Personen werden sich den Leuten zum Gespräch anbieten“ (Eine Quelle: Podcast zum Thema AV Pampa)  und man habe sehr konstruktive Parteitage und Veranstaltungen ohne Netz gehabt. Das ist das einzige Argument gegen Meinerzhagen auf das ich mich hier beziehen werde, da es meiner Meinung nach das Ausschlaggebende ist. Und warum das so ist, konnte man heute bei der Aufstellungsversammlung in Bayern sehen.

Ich muss zugeben, ich bin nicht so firm was die bayrischen Piraten angeht. Demzufolge kenne ich auch Menschen nicht, die eventuell in Bayern sehr bekannt sind. Dennoch hatte ich bei dem was getwittert worden ist den Eindruck, dass ein Kandidat, der nun auf Platz vier gelandet ist, nicht großartig bekannt war. Der Auftritt war sympathisch, auch ich muss sagen, dass ich erst mal nichts gefunden habe was gegen den Kandidaten spricht. Aber gut, ich habe einfach nur zugehört und ein bisschen „die Show genossen“. Bei unserer eigenen Aufstellungsversammlung wäre das anders gelaufen.

Hans Herwart Albers, so der Name. Unternehmensberater, Geschäftsführer, 79 Jahre alt und möchte Alterspräsident werden. An sich eine charmante und auch überzeugende Vorstellung. Und nun geht man auf die Suche. Im Netz, in dem Netz was man nicht braucht, weil es ja kein Programmparteitag ist.

Wir finden auf den Seiten der astrologischen Gesellschaft seinen Namen als Referenten. Da leuchtet der Jupiter aber direkt mal ein Stück dunkler über Bayern. Und weil ich ja bei sowas einfach stutzig werde, buddel ich ein bisschen weiter. Siehe da ich werde fündig:

Daneben Vereinstätigkeit und jeweils 1. Vorsitzender im „Universellen Management“, in der „Gesellschaft für berufliche und persönliche Entwicklung“ sowie in den Jahren 1987/88 auch noch in einer Aktionsgemeinschaft  „Patienten für Freiheit in der Medizin“. Quelle

Das behalte ich im Hinterkopf und suche weiter. Es wird immer interessanter.

Aktiv in persönlicher Zusammenarbeit mit Frau Dr. Veronica Carstens und ihrer Gesellschaft “Natur und Medizin” in Bad Godesberg, verbunden mit Beratungen im Gesundheitswesen auch in den weiteren Jahren bis heute.

Tja, jetzt muss ich wohl sachlich bleiben. Natur und Medizin . Mir wird übel. Ja, die Veronika Carstens und ja, das „Natur und Medizin“. Homöopathen und Globulilutscher. Freunde, geht nicht. Beratung im Gesundheitwesen bis heute. Bitte. Ich möchte keine homöopathischen Astrologen im Bundestag haben. Weiter:

Deshalb kann ich mich jetzt bei meiner Vortragstätigkeit auf Kongressen, vor Vereinen usw. um die Anwendung der “Menschenkunde auf Basis altägyptischer Weisheiten” kümmern, kann solche Fragen wie “Beruf-Berufung” sowie die einer positiven Lebensgestaltung behandeln.

„Menschenkunde auf Basis altägyptischer Weisheiten“ klingt jetzt auch eher nach schöner Klolektüre als nach empirischer Sozialforschung: „Wenn die Sonne warm und trocken, wasche täglich zwei Paar Socken. Wunderbar, danke Ra“. Doch. Geht. Und zum Schluß:

Auch Hasya-Yoga wird von mir mit Erfolg angewendet

Ja. Lachyoga. Mit der interessanten Warnung auf der Wikiseite:

Von Lachyoga abgeraten wird unter anderem bei Angina Pectoris, Zwerchfellbruch, nicht kontrolliertem Bluthochdruck, Harn- und Stuhlinkontinenz, Bandscheibenvorfall, Aneurysma, Glaukom, Rippenbrüchen, sowie bei schwerem Depressionsverlauf oder Einnahme von Psychopharmaka. Ausgeschlossen ist die Teilnahme am Lachyoga weiterhin bei akuten Atemwegs- und Viruserkrankungen, Borderline-Störung, Bipolarer Störung und Schizophrenie.

Ich möchte hinzufügen, bei Bundestagskandidaturen würde ich das auch lassen.

Zum guten Ende ein ganz einfaches Fazit.

Erstens : Ein Vorstand, egal welcher Gliederung sollte nicht entscheiden wann man im Netz sein darf. Warum? Sieht man hier.
Und nein, ein „sie hatten Netz und sie haben es nicht gesehen“, lasse ich nicht gelten. Denn wenn man kein Netz vor Ort hat, sieht man sowas zu 100% nicht.
Zweitens: Leute die schön reden und beeindrucken können, könnten Esospinner, rechte Idioten oder Antisemiten sein. Augen auf. Skeptisch bleiben.

Danke. Und nun liebe Menschen in Bayern: Tut was ihr für richtig haltet. Ach und noch was. Leute mit blonden Dreadlocks, die in ihrem Twitterprofil angeben, dass sie „Zeitgeist“ toll finden, würde ich auch nicht wählen. Das könnt ihr aber selber googlen.

Nachtrag: Nur damit das nicht mißverstanden wird. Das Problem mit „Kein Netz“ bezieht sich auf die Aussagen über die AV NRW, nicht über die AV in Bayern. Dort gab es Netz, was mir auch bewußt ist.