Adventskalender: Das 14te Türchen

Ja, verspätet. Ich weiß. Ich war zum baden und rasieren kurz in Indonesien.

Mit immer drastischeren Maßnahmen geht die Polizei im konservativsten Teil Indonesiens gegen die Jugendkultur vor: Jetzt müssen 65 Punks an einer „Umerziehungsmaßnahme“ teilnehmen, um – wie es von der Polizei hieß – auf den rechten muslimischen Pfad zurückzukehren.

Jaja, auf den rechten Pfad. Haare ab, schon wird aus dem Punk ein Skin und dann passt es auch mit dem rechten Pfad. Wo ist meine Bomberjacke?

Die 60 Männer und fünf Frauen waren am Wochenende bei einem Benefiz-Punk-Rock-Konzert in der besonders streng muslimischen Provinz Banda Aceh festgenommen worden, bei dem Geld für Waisenkinder gesammelt werden sollte. Mit Schlagstöcken war die Polizei gegen die Konzertbesucher vorgegangen – wegen möglicher Verstöße gegen die Scharia.

Ist wie hier, nur das hier keiner von der Scharia redet, hier heißt das Landfriedensbruch, gell? Aber wie man das nun genau nennt, Kleinigkeiten und unnötige Details.

In Polizeitransportern wurden die Festgenommenen dann in ein Gefängnis etwa 60 Kilometer von der Provinzhauptstadt Banda Aceh entfernt gebracht. Den Jugendlichen wurden die Haare geschoren und Piercings entfernt. Sie mussten ihre alten Kleider, darunter T-Shirts mit der Aufschrift „Anarchie“, abgeben und sich in einem See „reinwaschen“. Mit neuer Kleidung ausgestattet mussten sie anschließend an einem Gebet teilnehmen.

Zwangsbeten für alle. Das ist ja grandios. Besser als jede christliche Mission, vor allem auch viel beeindruckender. Da wird man erst mal zum beten gezwungen.

Die Jugendlichen sollen von ihrem „abweichenden Verhalten“ abgebracht werden, sagte Iskander Hasan, Polizeichef der Provinz im Norden der Insel Sumatra. „Eine strenge Behandlung ist notwendig. Die Bevölkerung findet ihr Benehmen abartig, und wir wollen ihren Lebensstil verbessern“, fügte er hinzu. Hasan sagte weiter, dass die Festgenommen nun für mindestens zehn Tage in militärischer Disziplin und Religion unterrichtet werden. Auch Lesungen aus dem Koran seien geplant. Anschließend sollten die Jugendlichen wieder an ihre Eltern zurückgeschickt werden.

Erinnert mich daran, wenn ich mich das nächste Mal über die deutsche Polizei beschwere, die schicken einen wenigstens nicht in Konzentrations Umerziehungslager.

Die Aktion am vergangenen Wochenende war der jüngste Versuch der Behörden, strengere moralische Werte in der Region durchzusetzen. Die Provinz Banda Aceh ist im säkularen, aber mehrheitlich muslimischen Indonesien die einzige, die islamische Gesetze eingeführt hat. Hier steht auf Ehebruch die Steinigung, Homosexuelle werden ins Gefängnis geworfen oder öffentlich mit Stöcken ausgepeitscht. Der Genuss von Alkohol ist verboten, ebenso das Küssen in der Öffentlichkeit.

Also wie in Texas oder Oberbayern. Nun, Scherz beiseite. Wenn das Gesetze sind, dann sollten sie sich doch dran halten. Das ist jedenfalls das was ich immer zu hören kriege wenn ich mich über innerdeutsche Zustände beschwere. So traurig es auch ist, die Wahrheit liegt im Auge es Betrachters und  Menschenrechte stehen eben nicht in jedem Grundgesetz und in jeder Verfassung. Leider.

Wie dumm allerdings die Menschen hierzulande mit Stammtisch-Mentalität  darauf reagieren ist noch viele schlimmer.

…auch in Deutschland von Islamisten angestrebt wird,
geht die Freiheit des Artikels 2 des Bonner Grundgesetzes
dann den Bach runter …
(Voltaire_deux, mal wieder)

Ich denke, man muss auch nicht in eine Region gehen, von der man weiß, dass dort überwiegend sehr religiöse Menschen leben und dort ein Rockkonzert veranstalten, obwohl man weiß, dass es die Menschen vor den Kopf stoßen wird.

Und das man sich in der Öffentlichkeit nicht küsst hat auch mal gar nichts mit Religion zu tun!

…dem Artikel ist nichts mehr hinzuzufügen. Hier zeigt sich eindeutig, dass die Scharia eine starke Wesensverbundenheit zum Nationalsozialismus der Deutschen enthält.

„Wenn eine Punkgruppe in ein strengkatholisches Dorf in Bayern fahren würde, um dort ein Punkrockkonzert zu veranstalten, dann werden sich die Dorfbewohner auch nicht besonders freuen.“
=> Unsinn. Kennen Sie Wacken? Auch wenn es nicht in Bayern ist.

Nächstes Jahr dann Wacken im Vatikan. Rock On!